Ärzte Zeitung, 25.01.2011

Marktstudie: Lebensversicherer erhöhen Schlussbonus

Die Überschussbeteiligung sinkt bei deutschen Lebensversicherern leicht. Doch kein Grund zur Sorge: Denn der Schlussbonus steigt bei den meisten Assekuranzen.

KÖLN (akr). Obwohl die deutschen Lebensversicherer ihren Kunden 2011 eine geringere laufende Verzinsung gewähren, können Ärzte darauf hoffen, eine höhere Gewinnbeteiligung als im vergangenen Jahr zu bekommen.

Die Versicherer senken zwar die verbindliche Überschussbeteiligung leicht, erhöhen dafür aber den bei Vertragsende gezahlten Schlussbonus. Zu diesem Ergebnis kommt die Marktstudie 2011 der Rating-Agentur Assekurata.

Die Gewinnbeteiligung der Lebensversicherer besteht aus drei Teilen: Erstens der Garantieverzinsung, die Ärzte auf jeden Fall erhalten, und zweitens der variablen Gewinnbeteiligung, die im Herbst für das folgende Jahr festgelegt wird.

Beides zusammen ergibt die Überschussbeteiligung. Drittens erhalten Ärzte bei Vertragsende den "Schlussüberschuss" und einen Anteil an den stillen Reserven des Versicherers.

Der Assekurata-Studie zufolge liegt die Überschussbeteiligung 2011 im Branchenschnitt bei 4,08 Prozent, nach 4,19 Prozent im Vorjahr.

"Unter Berücksichtigung aller Überschusskomponenten einschließlich erst endfällig bestimmter Bewertungsreserven fällt die Überschussbeteiligung 2011 höher aus als im Vorjahr", sagte Assekurata-Geschäftsführer Dr. Reiner Will.

Die Gesamtverzinsung steigt von 4,99 Prozent auf 5,06 Prozent. "In einem Markt, in dem die Zinsen nach unten gehen, verdienen die Kunden vergleichsweise viel", so Will.

Allerdings können die Versicherer den Schlussüberschuss anders als die Überschussbeteiligung dem Kunden bei einer Krise wieder wegnehmen. Auch wird dieses Kapital nicht verzinst.

Will warnt davor, die laufende Überschussbeteiligung zum alleinigen Maßstab zur Bewertung eines Versicherers zu machen. Die Gesellschaften ziehen vor der Verzinsung von den Prämien des Kunden unterschiedlich hohe Anteile für Kosten ab.

Außerdem verwenden die Versicherer bei der Festlegung des Zinssatzes verschiedene Bezugsgrößen. Manche rechnen Kostengewinne ein und weisen damit eine höhere Verzinsung aus als Wettbewerber mit einer geringeren Überschussbeteiligung, bei denen der Kunde unterm Strich mehr bekommt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Antibiotika gegen Rückenschmerzen

Verursachen Bakterien heftige Bandscheiben-Beschwerden? Für Forschungen zur Behandlung von Rückenschmerzen mit Antibiotika wurde jetzt der Deutschen Schmerzpreis verliehen. mehr »

QuaMaDi wird fortgesetzt

Aufatmen im Norden: KV und Kassen haben sich auf den Fortbestand des Brustkrebsfrüherkennungsprogramm QuaMaDi geeinigt. mehr »

Ethikrat sucht nach dem goldenen Mittelweg

Wann ist eine medizinische Zwangsbehandlung fürsorglicher Schutz, wann ein unangemessener Eingriff? Diesen Fragen widmet sich aktuell der Deutsche Ethikrat. mehr »