Ärzte Zeitung, 13.07.2011

Der Konkrete Fall

Versicherungsportale: Lieber einmal mehr vergleichen

Online-Portale für Versicherungen geben einen guten Marktüberblick. Aber Vorsicht: Vor allem günstige Direktversicherer sind dort oft nicht vertreten - sie scheuen die Provisionen, die die Portalbetreiber einfordern.

Frage: Ich habe gehört, dass man über Online-Portale den preisgünstigsten Kfz-Versicherer ermitteln kann. Stimmt das?

Ratgeber Versicherungen

Was macht einen Unfall zum Unfall?

Der Konkrete Fall: Versicherungsportale - Lieber einmal mehr vergleichen

Die Meinung: Krise hat Auswirkung auf Versicherer

Der Tipp: Schäden nicht sofort beseitigen

Auf den ersten Blick scheint der Preisvergleich über einen Online-Tarifrechner tatsächlich gewinnbringend zu sein: Sie müssen nur einmal Ihre Daten über Fahrzeug, Garage und Beruf eingeben - und erhalten umgehend eine umfangreiche Auflistung günstiger Kfz-Versicherungen am Markt. Der Abschluss eines Versicherungsvertrags über ein Online-Vergleichsportal hat jedoch einige Haken.

Zuallererst sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass Tarifportale wie Check 24 oder Apect Online entgegen der weit verbreiteten Ansicht nicht unabhängig sind. Die Portale sind Versicherungsmakler, die zwar mit vielen Versicherungsunternehmen kooperieren, aber längst nicht alle Gesellschaften auf ihren Seiten auflisten.

Vor allem günstige Direktversicherer verzichten oftmals darauf, in die Online-Vergleiche mit aufgenommen zu werden - wegen der Provisionen von durchschnittlich 80 Euro, die die Versicherer an die Portalbetreiber zahlen müssen. Die Provisonszahlungen verteuern darüber hinaus die Produkte.

Das bedeutet: Sie bekommen über die Tarifrechner nicht unbedingt das günstigste Angebot angezeigt. Misstrauisch sollten Sie zudem werden, wenn Sie nur wenige Angaben machen müssen. In einem solchen Fall können Sie davon ausgehen, dass Sie standardisierte Produkte angeboten bekommen, bei dem Ihre individuellen Kundenwünsche unberücksichtigt bleiben.

Um einen möglichst vollständigen Überblick zu erhalten, sollten Sie mehrere Vergleichsportale zu Rate ziehen. Das etwas zeitaufwendigere Verfahren erspart Ihnen im Zweifel eine nicht unbeträchtliche Geldsumme. Außerdem sollte Ihnen bewusst sein, dass eine im Internet abgeschlossene Police den Anbieter von seinen Beratungspflichten entbindet - im Fall einer Falschberatung können Sie keine Haftansprüche geltend machen. (gia)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Amazonas-Volk hat die gesündesten Gefäße weltweit

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »

Kiffen schädigt wohl doch Herz und Hirn

Cannabis-Konsum erhöht offenbar doch das Risiko für Schlaganfall und Herzschwäche. Zumindest hat sich ein entsprechender Zusammenhang in einer umfassenden US-amerikanischen Analyse gezeigt. mehr »