Ärzte Zeitung, 29.08.2011

Kommentar

Abgesang auf die private Vollpolice

Von Herbert Fromme

Generali zieht die Notbremse. Nach der Einstellung der Billigtarife bei der Tochter Central Kranken schließt der Versicherungskonzern dort auch den eigenen Außendienst mit 600 Vertretern. Sie leben vor allem vom Verkauf von Vollpolicen.

Aber genau hier sieht der Mutterkonzern keine Zukunft mehr. Ganz offen sprechen Spitzenmanager davon, dass die obligatorische Bürgerversicherung unaufhaltsam ist. Den Privaten blieben dann nur die Zusatzdeckungen.

Das hört man auch bei anderen Konzernen. Viele Versicherungsbosse finden das Ende der Vollversicherung gar nicht so schlimm -mit ihr verdienen sie wenig Geld, müssen hohe Eigenmittel vorhalten und haben jede Menge politischen Ärger.

Dazu kommt: PKV-Kunden sind wegen der jüngsten drastischen Beitragserhöhungen oft vergrätzt. Das beeinträchtigt auch die Kundenbeziehung in lukrativeren Geschäftsfeldern. Während sich die Großen ein Leben ohne PKV vorstellen können, kämpfen kleinere PKV-Spezialisten mit Leib und Seele für sie.

Kein Wunder: Sie leben vor allem von der Krankenversicherung. Zwar ist das Schicksal der Vollversicherung noch nicht entschieden. Niedergelassene Ärzte, die ihre Zukunft vor allem auf Einnahmen aus diesem Sektor bauen, gehen auf jeden Fall ein hohes Risiko ein.

Lesen Sie dazu auch den Bericht:
Central fürchtet Bürgerversicherung

[29.08.2011, 20:07:30]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Private Krankenversicherungen ...
... sind nichts Anderes als kapitalgestützte Umlagekassen mit volatilen, nach oben offenen Prämien. Sie tragen kein echtes unternehmerisches Risiko, weil ihre Geschäftspolitik auf die staatliche Genehmigung regelmäßiger Erhöhung der Versicherungsbeiträge abzielt. Vgl.
http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/w_specials/special-versicherungen/article/667586/central-fuerchtet-buergerversicherung.html zum Beitrag »

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