Ärzte Zeitung, 11.11.2012

Gesundheitsbegleitung

Axa kooperiert mit Ärzten

Gesundheitsversorgung von hoher Qualität wollen Axa und die DBV ihren Kunden mit dem "Gesundheitsservice 360°" bieten. Die Krankenversicherer arbeiten dabei mit einem Netzwerk von niedergelassenen Ärzten und Kliniken zusammen.

Von Ilse Schlingensiepen

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Wollen für ihre rund 775000 vollversicherten Kunden das Gesundheitsmanagement verstärken: die privaten Krankenversicherer Axa Kranken und DBV Kranken.

© dpa

KÖLN. Die Axa Krankenversicherung will das Gesundheitsmanagement auf eine neue Stufe heben.

In Ergänzung zu den bisherigen Beratungs- und Unterstützungsangeboten kooperiert das Kölner Unternehmen mit einem Netzwerk aus niedergelassenen Ärzten und Kliniken, die Patienten bei bestimmten Krankheitsbildern besondere Expertise und eine hochwertige Versorgung bieten sollen.

Der "Gesundheitsservice 360°" steht allen 775.000 vollversicherten Kunden der Anbieter Axa Kranken und DBV Kranken zur Verfügung, die seit 2007 fusioniert sind.

"Durch die Fusion haben wir eine Größenordnung erreicht, bei der der Aufbau eines bundesweiten Netzwerks möglich ist", sagt Axa-Vorstand Thomas Michels der "Ärzte Zeitung".

Der Ausbau des Gesundheitsmanagements ist für ihn ein entscheidender Schritt auf dem Weg, die private Krankenversicherung wieder vom Fokus auf den Preis wegzubekommen. "Wir wollen uns über Kompetenz differenzieren", erklärt Michels.

Spezialisten gesucht

Dabei spielen die Partnerärzte in Praxis und Klinik eine entscheidende Rolle. Die Axa sucht die Kooperation mit Medizinern, die in ihren Fachgebieten anerkannte Spezialisten sind.

Die Ärzte verpflichten sich zu einer leitlinienorientierten Behandlung und dem Vorhalten einer hohen Strukturqualität.

"Wir stehen mit unseren Partnerärzten regelmäßig im Austausch und diskutieren Behandlungsstandards, die medikamentöse Versorgung und die Behandlungsabläufe", erläutert Klaus-Dieter Dombke, Leiter des Leistungs- und Gesundheitsmanagements der Axa.

Die zugrundeliegenden Qualitätskriterien und Behandlungsgrundsätze sind gemeinsam mit Vertretern der Ärzteschaft erarbeitet worden. "In die eigentliche Behandlung mischen wir uns nicht ein", betont Dombke.

Die Axa Kranken setzt bewusst auf die Kooperation mit Krankenhäusern und Praxen. Der Versicherer hat mit anerkannten Schirmherren aus der Ärzteschaft strukturierte Behandlungsangebote für chronisch Kranke entwickelt.

"Für die einzelnen Indikationen bilden wir Tandems aus Klinikern und niedergelassenen Ärzten", sagt Dombke. Das soll die strukturierte Zusammenarbeit über die Sektorengrenzen hinweg fördern.

"Die Bereitschaft der Ärzte, an dem Netzwerk teilzunehmen, ist sehr hoch", berichtet Vorstand Michels. Der Versicherer habe sich bewusst für das Konzept der Partnerärzte entschieden.

Der Aufbau eigener Ärztezentren, wie es die DKV mit goMedus versucht hatte, sei für die Axa nie ein Thema gewesen, sagt er. Die DKV kooperiert ebenfalls mit einem Netzwerk von Ärzten. Es sei kein Problem, wenn Mediziner mit beiden Versicherern zusammenarbeiten, sagt Michels.

Bislang hat die Axa rund 550 Partnerärzte. Darunter sind 300 Kardiologen und 70 diabetologische Schwerpunktpraxen. Zurzeit baut der Versicherer ein Netz im Bereich der Pulmologie auf.

Die Auswahl der Indikationen orientiert sich an den strukturierten Behandlungsprogrammen für chronisch Kranke, die das Unternehmen im Programm hat. "Wir schreiben die Versicherten an, bei denen wir anhand der uns vorliegenden Daten ein Versorgungsdefizit oder eine mögliche Überversorgung feststellen", sagt Dombke.

Die Kunden erhalten die Empfehlung, darüber mit ihrem behandelnden Arzt zu sprechen. "Es ist optimal, wenn er ein Partnerarzt ist."

Leistungen nach GOÄ abgerechnet

Für die Versorgung der Axa-Kunden erhalten die Mediziner keine Extra-Vergütung, die Leistungen werden nach GOÄ abgerechnet.

Eine Ausnahme ist die Kooperation von Axa Kranken und Gothaer Kranken mit der Hausärztlichen Vertragsgemeinschaft. Dort werden Leistungen, die Hausärzte zusätzlich erbringen, auch zusätzlich vergütet.

Zum "Gesundheitsservice 360°" gehört das Fallmanagement bei Versicherten mit schweren Erkrankungen. Dafür kommen Krankheitsbilder aus der Neurologie und der Onkologie in Frage, aber auch HIV, Suchterkrankungen oder die Dialysepflicht.

Die Versicherten haben bei der Axa einen festen Ansprechpartner, der sie oder ihre Angehörigen in Bereichen wie der Nachsorge oder der häuslichen Versorgung unterstützt.

Die Axa erweitert auch die Betreuung für Versicherte, die älter als 70 Jahre sind. "Da möchten wir mehr anbieten, als wir es lange Zeit getan haben", sagt Michels. Zurzeit begleiten Mitarbeiter aus dem Gesundheitsmanagement-Team rund 600 ältere multimorbide Patienten.

"Wir sind die ersten im Markt, die das tun." Die Erfahrungen der Axa mit dem Gesundheitsmanagement und einer Hotline zeigten, dass die Kunden vom Krankenversicherer auch Orientierung und Unterstützung erwarten, so Michels.

"Die Versicherten trauen uns eine große Kompetenz zu, aber wir müssen die absolute Therapie- und Behandlungsfreiheit gewährleisten. Und das tun wir."

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