Ärzte Zeitung, 09.01.2013

Der Kommentar zu Arzthaftpflicht

Auf Gegenwehr schalten

Von Herbert Fromme

Krankenhäuser, Gynäkologen mit Geburtshilfe und Chirurgen haben es immer schwerer, bezahlbaren Versicherungsschutz zu finden. Die Versicherer erhöhen die Preise, die Zurich verlässt den Markt sogar ganz.

Die Assekuranz argumentiert damit, dass niemand sie zwingen könne, verlustbringende Risiken zu übernehmen. Tatsächlich fahren viele Anbieter aktuell hohe Defizite in den Sparten Arzt- und Krankenhaushaftpflicht ein. Allerdings hatte auch niemand die Gesellschaften gezwungen, sich jahrelang einen heftigen Preiskrieg zu liefern.

Auf den Versicherungsnotstand reagiert jetzt mancher mit der Forderung nach dem Staat. Ich glaube, Ärzte und Krankenhäuser könnten eher von der US-Großindustrie lernen.

Dort vervierfachten die Versicherer in den achtziger Jahren die Preise für Industrie-Haftpflichtdeckungen. Die Antwort der Industrie: 1986 gründeten 68 Großkonzerne eine eigene Versicherung.

Das wirkte. Schon bald kamen die Versicherer mit vernünftigen Angeboten in den Markt zurück.

Ein deutscher Versicherungsverein von Krankenhäusern und Ärzten, auf den Weg gebracht von ihren Standesorganisationen, könnte möglicherweise eine ähnlich heilsame Wirkung haben.

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