Ärzte Zeitung, 13.03.2014

Kommentar

Fragwürdige Strategie

Von Ilse Schlingensiepen

Die Entwicklung bei der Vollversicherung muss den privaten Krankenversicherern Sorgen machen. 2012 hat sich der Bestand im Kerngeschäftsfeld um mehr als 20.000 Kunden verkleinert, 2013 waren es sogar 66.000 weniger.

Der PKV-Verband führt als Begründung externe Faktoren ins Feld, etwa die Unsicherheit über die Zukunft des Krankenversicherungssystems vor der Bundestagswahl und die gute Arbeitsmarktlage.

Sie hat dazu geführt, dass viele vormals Selbstständige angestellt arbeiten und gesetzlich versichert sind. Die Branche hofft, dass sich die Dinge jetzt bessern und die Vollversicherung wieder mehr Zulauf erhält.

Ob dieser Optimismus begründet ist, ist ungewiss. Viele Zweifel am Konzept der PKV bleiben bestehen und mit dem - mehr oder weniger freiwilligen - Abschied von den Billigtarifen fehlt künftig eine ganze Zielgruppe. Sie hat zwar nie in die PKV gehört, aber zu den Zuwächsen der Vergangenheit beigetragen.

Die PKV muss sich künftig neben Beamten auf Kunden konzentrieren, die sich bewusst für das System entscheiden und dauerhaft Prämien bezahlen können. Eine solche Konzentration wird der Branche inhaltlich gut tun. Fraglich ist allerdings, ob sie auf Dauer ausreicht, um den politischen Stellenwert zu erhalten, um den die PKV seit langem kämpft.

Lesen Sie dazu auch:
PKV: Ausgaben steigen stärker als Einnahmen

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »