Ärzte Zeitung online, 10.04.2015

Berufshaftpflicht

Beiträge für Gynäkologen drastisch gestiegen

Gynäkologen sind Spitzenreiter bei den Beiträgen für die ärztliche Haftpflichtversicherung, wie eine Zi-Umfrage zeigt.

BERLIN. Eine Haftpflichtversicherung ist für niedergelassene Vertragsärzte unabdingbar. Allerdings haben diese Policen ihren Preis.

Wie eine Umfrage des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) unter 1975 niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten ergeben hat, verzeichnete ein Viertel der ambulant und stationär tätigen Gynäkologen, die zum Beispiel als Belegärzte oder in der Geburtshilfe arbeiten, für 2013 Prämiensteigerungen gegenüber 2009 von mehr als 6800 Euro.

Fünf Prozent mussten gar gut 19.000 Euro mehr berappen, berichtet die KBV. Über alle Fachgruppen hinweg sind die Gynäkologen in Sachen Haftpflichtprämien eindeutige Spitzenreiter, so die Standesvertretung.

Zi-Geschäftsführer Dr. Dominik von Stillfried empfiehlt Ärzten vor diesem Hintergrund, rechtzeitig vor Laufzeitende die Vertragskonditionen zu überprüfen und dabei Risiko und Versicherungshistorie einzubeziehen.

Bislang sei es so, dass Versicherer häufig bereits höhere Beiträge fordern, nachdem ein Arzt einen Schaden gemeldet habe - unabhängig davon, ob die Assekuranz überhaupt zahlungspflichtig werde.

Zudem berücksichtigten Versicherer im ambulanten Bereich bisher nicht die Fallzahlen einzelner Ärzte. Im stationären Sektor flössen immer öfter die Höhe der Fallzahlen und damit verbundene Risiken in die Beitragsberechnung ein.

"Es wäre zu prüfen, ob Ähnliches für den ambulanten Bereich geschaffen werden könnte, um die Beiträge mehr an Risiken auszurichten und ungerechtfertigte Belastungen zu vermeiden", sagt von Stillfried. (maw)

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