Ärzte Zeitung, 03.02.2016

Umfrage

Viele Befürworter der Sterbehilfe

Die Zustimmung zur aktiven wie passiven Sterbehilfe in Deutschland ist groß, so eine Erhebung.

KÖLN. Die Selbstbestimmung am Lebensende hat für die überwiegende Mehrheit der Menschen einen hohen Stellenwert, wie eine aktuelle Umfrage erneut untermauert. Danach sprechen sich 76 Prozent der über 16-Jährigen dafür aus, dass im Falle einer Pflegebedürftigkeit im Alter nicht versucht wird, ihr Leben mit allen medizinischen Mitteln zu verlängern.

63 Prozent der Befragten befürworten die aktive Sterbehilfe und 77 Prozent die passive Sterbehilfe. Im Auftrag des Rechtsschutzversicherers Roland hatte das Institut für Demoskopie Allensbach im November 2015 für den "Roland Rechtsreport 2016" insgesamt 1448 in Deutschland lebende Personen ab 16 Jahren befragt.

Die Ablehnung einer Lebensverlängerung mit allen Mitteln zieht sich durch alle Altersgruppen, ist bei den über 60-Jährigen mit 85 Prozent aber am größten. Die Zustimmung zur aktiven Sterbehilfe ist mit jeweils 66 Prozent bei den 30- bis 44-Jährigen und den 45- bis 59-Jährigen am größten, bei den über 60-Jährigen mit 58 Prozent am geringsten.

Bei den Katholiken ist die Bejahung der aktiven Sterbehilfe mit 51 Prozent deutlich geringer als bei den Protestanten mit 61 Prozent. Am ausgeprägtesten ist die Ablehnung der aktiven Sterbehilfe mit 38 Prozent bei Menschen, die regelmäßig in die Kirche gehen. Aber auch unter ihnen sind die Befürworter mit 41 Prozent die größere Gruppe.

Lediglich 14 Prozent der aktiven Kirchgänger lehnen nach der Umfrage die passive Sterbehilfe ab, 68 Prozent von ihnen befürworten die passive Sterbehilfe. Zwar habe sich eine deutliche Mehrheit der Befragten (61 versus 39 Prozent) bereits Gedanken über die Möglichkeit einer ernsthaften Erkrankung oder Pflegebedürftigkeit gemacht.

Aktiv auf eine solche Situation vorbereitet hätten sich aber nur 37 Prozent.

Eine Patientenverfügung abgefasst haben 26 Prozent, immerhin 43 Prozent planen es. 53 Prozent gehen davon aus, dass sich Ärzte und Angehörige an das halten, was in der Verfügung steht.

Die Skepsis gegenüber der Wirkung von Patientenverfügungen ist bei denen am größten, die auch künftig keine abfassen wollen. Von ihnen glauben nur 32 Prozent, dass sie so behandelt würden wie festgelegt. (iss)

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