PKV-Jahrestagung

Ein E-Card-Pendant für PKV-Kunden?

Die privaten Krankenversicherer setzen auf eine App, die mehr kann als die elektronische Gesundheitskarte der gesetzlichen Kassen.

Veröffentlicht:

BERLIN. Die privaten Krankenversicherer (PKV) werden Anfang 2018 mit einer App für Privatpatienten auf den Markt kommen. Das kündigte der Vorsitzende des PKV-Verbands Uwe Laue vor Kurzem auf der PKV-Jahrestagung in Berlin an.

"Die Branche arbeitet gemeinsam an einer modernen Alternative zur elektronischen Gesundheitskarte der gesetzlichen Krankenversicherung." Den PKV-Unternehmen sei klar, dass sie nicht auf die veraltete Technik einer Gesundheitskarte aufsetzen, sondern die moderneren technischen Möglichkeiten nutzen wollen, sagte Laue.

Dabei soll die App die Basis bilden, auf der dann verschiedene technische Lösungen aufbauen.

App enthält Notfalldaten und Impfpass

Die App werde sämtliche Kernfunktionen vorhalten, die das E-Health-Gesetz für die gesetzlich Versicherten vorsieht wie die Notfalldaten oder einen Impfpass, erläuterte Laue. "Über die allgemeinen E-Health-Funktionen hinaus werden die PKV-Unternehmen im kreativen Wettbewerb untereinander eine Fülle individueller Service-Funktionen für ihre Versicherten damit verbinden."

Das von der PKV entwickelte digitale Netzwerk wird auch den Datenaustausch zwischen Versicherern und Ärzten oder anderen Leistungserbringern ermöglichen. Laue stellte klar, dass dabei wie bei sämtlichen Anwendungen die Versicherten in jedem Fall Herr ihrer Daten bleiben werden. Das Modell beruhe auf der reinen Freiwilligkeit aller Beteiligten. "Wir sind überzeugt, das ist der richtige Weg in die digitale Zukunft", betonte Laue.

Die PKV setzt auch auf die Telemedizin. Nach seinen Angaben sind bislang neun PKV-Unternehmen der Rahmenvereinbarung zum TeleArzt beigetreten. Das von dem nordrheinischen Hausarzt Thomas Aßmann entwickelte Konzept zielt darauf, Patienten in ländlichen Regionen engmaschiger zu betreuen.

Speziell geschulte Medizinische Fachangestellte besuchen die Patienten zu Hause, schicken relevante Daten in die Praxis und schalten den Hausarzt bei Bedarf per Videokonferenz hinzu.

"Die Entwicklung wird Fahrt aufnehmen"

Laue ist überzeugt, dass noch weitere private Versicherer ihren Kunden dieses Versorgungsangebot machen werden. "Die Entwicklung wird Fahrt aufnehmen." Nach Einschätzung des Verbands-Vorsitzenden wird die Zahl von Kooperationen zwischen PKV-Unternehmen zunehmen. Mit LM+ gibt es bereits einen gemeinsamen Anbieter von vier Versicherern im Leistungsmanagement, beim Portal KV Fux arbeiten ebenfalls vier Unternehmen zusammen.

Es mache Sinn, dass sich die Versicherer zusammen tun, um Vereinbarungen mit Ärzten, Krankenhäusern und anderen Leistungserbringern zu treffen. "Wenn es darum geht, Mehrwert für die Patienten zu generieren, muss man gewisse Stückzahlen auf den Weg bekommen." Im Hintergrund laufen schon viele Vorbereitungen für weitere Kooperationen, berichtete Laue. (iss)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Personalführung

Altersvorsorge und mehr: Mit Benefits zu besserer Mitarbeiterbindung

Kooperation | In Kooperation mit: dem Finanzdienstleister MLP
Kommentare
Dieter Rittinger 28.06.201714:40 Uhr

Es kommt darauf an was man draus macht - nicht wie das Medium heißt

Hat sich immer noch nicht herumgesprochen, daß die eGK nichts anderes als ein elektronischer Schlüssel für jeden (auch die nicht smartphone- affinen) Menschen Nutzer zu sein hat? Wie ein sicherer Zugang erreicht wird, ist doch sekundär. Wichtiger ist, was dann dahinter steht, was man initiieren, ändern, lesen oder nach den eigenen Ansprüchen gestalten kann. Bequem, simpel bedienbar und ohne Pflegeaufwand muss es auch sein. Und natürlich sicher ohne Aufwand - oder haben Sie Spaß sich um die Aktualisierung von Virenschutz, Firewall oder der diversen Apps auf Ihrem Handy dauernd selbst kümmern zu müssen?

Die Prozesse dahinter müssen stimmen, die Vorteile spürbar für den Anwender werden, der Datenschutz gewährleistet und die Kosten nicht spürbar - dann, aber auch nur dann wird es funktionieren - egal was man dafür vorhalten, mitbringen oder aufsagen muss.

Und da gibt es mehr Potential als man sich vorstellt, wenn man nur mal das Ohr an die Menschen hält - und das ist trotz ärztlicher Leserschaft nicht medizinisch gemeint...

Sonderberichte zum Thema
Videosprechstunden bieten Ärzten und Patienten mehr Flexibilität.

© KRY

Videosprechstunde

Mit Telemedizin zu neuen Patienten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: DMS Digital Medical Supply Germany GmbH
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

KV Thüringen

Akutpraxis in Gera: Praxismodell gegen den Ärztemangel

Systematisches Review

Kortikosteroide bei schwerer Pneumonie wahrscheinlich nützlich

Lesetipps
Nie wieder spritzen? Small Molecules wie Orforglipron (C48H48F2N10O5) haben viele Vorteile gegenüber herkömmlichen Inkretinmimetika, etwa orale Einnahme, leichtere Lagerung und niedrigere Kosten.

© Kassandra / stock.adobe.com

Innovative Diabetestherapie

Nicht-peptidische GLP-1-Rezeptoragonisten am Start

Eine Frau sitzt einem älterem Arzt gegenüber.

© Jonas Glaubitz / stock.adobe.com

Nachsorge

Welche Unterstützung Krebspatienten von ihren Hausärzten erwarten

Eine Frau fässt sich mit den Händen an die Brust

© Art_Photo / stock.adobe.com

Unterschiede der Geschlechter

Herzinfarkte und Ischämie bei Frauen: Was ist wirklich anders?