Analyse von 2016

Mehrumsatz durch PKV nahm um 2,4 Prozent zu

Rund ein Ausgaben-Drittel der privaten Krankenversicherer floss 2016 als Mehrumsatz den medizinischen Leistungserbringern sowie Arznei-, Heil- und Hilfsmittelanbietern zu.

Anne-Christin GrögerVon Anne-Christin Gröger Veröffentlicht:
Mehrumsatz durch PKV nahm um 2,4 Prozent zu

© N-Media-Images / stock.adobe.com

KÖLN. Niedergelassene Ärzte haben 2016 durch die höhere Vergütung für die Behandlung von Privatpatienten durchschnittlich 53.000 Euro zusätzlich erwirtschaftet. Das ergibt eine aktuelle Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP).

Insgesamt hat das Institut einen sogenannten Mehrumsatz von knapp 6,3 Milliarden Euro allein in der ambulanten ärztlichen Versorgung errechnet.

Das ist ein Anstieg von 3,8 Prozent im Vergleich zu 2015. Damit ist – wie bereits in den Vorjahren – der ambulante ärztliche Sektor einmal mehr für den größten Teil des Mehrumsatzes verantwortlich.

Als Mehrumsatz bezeichnet das Institut den Geldbetrag, der ambulanten und stationären Leistungserbringern durch die Existenz der privaten Krankenversicherer zusätzlich zufließt.

"Mehrumsatz ermöglicht Investitionen"

Das Institut ermittelt diesen Wert, indem es von der privat gezahlten Vergütungssumme den Betrag abzieht, der bei gleicher Leistungserbringung dafür von den gesetzlichen Krankenkassen gezahlt worden wäre.

"Der Mehrumsatz der Privatversicherten ermöglicht Investitionen in die medizinische Infrastruktur, in die Erforschung neuer Behandlungsmethoden und in die Einstellung von medizinischem Fachpersonal", schreiben die Autoren der Studie, Sonja Hegemeister und Frank Wild.

Den zweitgrößten Posten beim Mehrumsatz macht die zahnmedizinische Versorgung mit knapp 3,2 Milliarden Euro aus. Über alle Leistungsbereiche hinweg beziffern die PKV-Forscher den Mehrumsatz 2016 mit 12,9 Milliarden Euro. Das entspricht einer Zunahme gegenüber Vorjahr um 2,4 Prozent.

Das WIP untersucht den Mehrumsatz der PKV bereits seit Jahren. Der Wert ist für die privaten Krankenversicherer ein wichtiges Argument in der Diskussion um Pro und Contra des dualen Krankenversicherungssystems in Deutschland.

Die Vertreter der privaten Kostenträger betonen immer wieder, dass das hiesige Gesundheitssystem ohne den finanziellen Beitrag der Privaten wesentlich schlechter dastehen würde.

Munition in der aktuellen Diskussion über neues Vergütungssystem

Außerdem dient die Studie den PKV-Unternehmen als Munition in der aktuellen Diskussion um eine Modernisierung der Vergütungssysteme GOÄ und EBM, die das Bundesgesundheitsministerium angestoßen hat.

"Der Mehrumsatz der Privatversicherten ist hierbei ein wichtiges Element der Debatte, da er die Bedeutung der privatärztlichen Versorgung herausstellt und die Unterschiede der beiden Vergütungssysteme deutlich macht", heißt es in der jüngsten WIP-Studie.

Insgesamt hat die gesundheitliche Versorgung der Privatversicherten im Berichtszeitraum 2016 die Anbieter 34,8 Milliarden Euro gekostet. Für ambulante ärztliche Behandlungen gaben die privaten Assekuranzen 11,2 Milliarden Euro aus, für Krankenhausbehandlungen 9,7 Milliarden Euro.

Im Zehn-Jahres-Zeitraum 2006 bis 2016 nahmen die Ausgaben je PKV-Versicherten um insgesamt 43,1 Prozent zu. Zum Vergleich: Im GKV-System betrug der Ausgabenanstieg in der gleichen Periode laut WIP-Studie 48,3 Prozent.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Personalführung

Altersvorsorge und mehr: Mit Benefits zu besserer Mitarbeiterbindung

Kooperation | In Kooperation mit: dem Finanzdienstleister MLP
Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums v.l.n.r.: Professor Karl Broich (BfArM), Dr. Jürgen Malzahn (AOK-Bundesverband), Dr. Christine Mundlos (ACHSE e.V.), Hauke Gerlof (Ärzte Zeitung), Dr. Johanna Callhoff (DRFZ), Professor Christoph Schöbel (Ruhrlandklinik, Universitätsmedizin Essen), Privatdozent Dr. Christoph Kowalski (Deutsche Krebsgesellschaft), Dr. Peter Kaskel (Idorsia)

© Thomas Kierok

ICD-11: Die Zeit ist reif für die Implementierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Idorsia Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Brustkrebs Symbolbild

© Sebastian Kaulitzki / stock.adobe.com

Risikoadaptiert und individualisiert behandeln

Frühes Mammakarzinom: So optimieren Sie die Therapie

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Eine Ärztin spricht mit einer Patientin.

© Siphosethu F / peopleimages.com / Stock.adobe.com

Krebsprävention durch Kommunikation

Zu Krebs halten sich Mythen und Irrtümer hartnäckig – Aufklärung tut not

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Drei Operateure in einem Operationssaal.

© Robert Kneschke / stock.adobe.com

Krebskongress

Tumorchirurgie: Geschlecht zählt auf beiden Seiten des Skalpells

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe