Leistungsausgaben

PKV setzt auf Rabattvertrag

Der Leistungsmanagement-Spezialist LM+ hat einen ersten Rabattvertrag geschlossen, von dem sich die PKV Einsparungen bei Arzneimitteln erhofft.

Ilse SchlingensiepenVon Ilse Schlingensiepen Veröffentlicht:
Niedrige Arzneikosten helfen, Beitragssätze stabil zu halten.

Niedrige Arzneikosten helfen, Beitragssätze stabil zu halten.

© Pixelot / stock.adobe.com

KÖLN. Der Leistungsmanagement-Spezialist LM+ hat den ersten Rabattvertrag abgeschlossen. Die Vereinbarung mit dem Pharma-Unternehmen Teva umfasst die generischen Medikamente der Marken ratiopharm, AvZ und Teva und ist zum 1. Juli in Kraft getreten.

LM+ ist ein Gemeinschaftsunternehmen der privaten Krankenversicherer (PKV) Barmenia, Gothaer, Hallesche und Signal Iduna und Ende 2016 an den Start gegangen. Ziel des Joint Ventures ist es, durch gezielte Maßnahmen die Versorgung der Versicherten zu verbessern und gleichzeitig durch den gemeinsamen Einkauf von Leistungen günstigere Konditionen zu erreichen. Dazu zählen auch Rabattverträge. "Wir werden die Versicherten jetzt über unterschiedliche Kanäle über den Rabattvertrag informieren und sie darüber aufklären, dass die Medikamentenversorgung dadurch günstiger wird", sagt Thomas Soltau, Geschäftsführer von LM+, der "Ärzte Zeitung". "Wir geben aber keine direkte Empfehlung für die Medikamente", betont er.

Niedrigere Preise für Medikamente wirken sich auf die Leistungsausgaben der PKV-Unternehmen aus und damit langfristig auch auf die Beiträge der Versicherten. Deshalb hoffen die Versicherer, dass die entsprechend informierten Kunden beim Arzt oder Apotheker gezielt nach Arzneimitteln fragen, die von den Rabattverträgen erfasst werden.

"Wie groß der Steuerungseffekt durch den Rabattvertrag mit Teva ist, ist schwer zu beziffern", sagt Soltau. Die vier Versicherer kämen zusammen auf Ausgaben für Arzneimittel von rund 750 Millionen Euro im Jahr. LM+ führt, so Soltau, bereits Gespräche mit weiteren Pharmaunternehmen. "Rabattverträge sind ein Baustein, um den Anstieg der Leistungsausgaben zu reduzieren." Kooperationen mit Apotheken seien ebenfalls vorstellbar.

Die Vereinbarung mit Teva will LM+ auch anderen Krankenversicherern anbieten, die keine Gesellschafter sind. Das macht das Unternehmen auch mit den weiteren Modulen, die es zur besseren Steuerung der Versorgung entwickelt hat.

Dazu gehören spezielle Unterstützungsangebote für Patienten mit psychischen und mit orthopädischen Erkrankungen. Basis des Versorgungskonzepts in der Orthopädie waren eine gezielte Analyse anonymisierter Leistungsdaten und eine Kundenbefragung. "Wir wollten wissen, wo der Bedarf der Kunden ist und wo sie sich eine stärkere Unterstützung vom Versicherer erhoffen", berichtet Soltau.

Mit einer digitalen Gutachter-Plattform will LM+ das Handling des Gutachten-Prozesses nach dem Besuch des Versicherten beim Vertrauensarzt beschleunigen und verbessern. Voraussichtlich im Dezember wird die Plattform online gehen und zunächst den Bereich des Krankentagegelds erfassen.

Neben der verbesserten Abwicklung verspricht sich Soltau davon auch positive Auswirkungen auf die Versorgung. Viele Hinweise zur medizinischen Situation der Patienten – etwa: Der Versicherte sucht einen Psychotherapeuten – seien bislang von den PKV-Unternehmen nicht aufgegriffen worden.

Das soll durch die digitale Verarbeitung anders werden. "Der Versicherer kann künftig den Kunden fragen, ob er ihn bei der Suche unterstützen kann", erläutert Soltau. Das Vorgehen sei datenschutzrechtlich abgeklärt.

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