Ärzte Zeitung, 17.06.2005

KOMMUNIKATION MIT TUMORPATIENTEN

Eine Herausforderung - Gespräche mit Krebspatienten

"Herr Doktor, wie lange werde ich noch leben?" Solche Fragen drängen Kollegen mitunter in die Defensive. Denn darauf hat sie das Studium nicht vorbereitet. Flüchtet man sich jetzt in sachliche Informationen, fühlen sich Patienten unverstanden und verzweifeln noch mehr. Wie können Krisengespräche mit Patienten gelingen?

Bei Gesprächen über Krebs ist es wichtig, Betroffenen vor allem mit Empathie zu begegnen. Foto: Klaro

Professor Matthias Volkenandt von der Universität München ist Dermatologe mit Schwerpunkt Onkologie. Der Kollege kennt die Schwierigkeiten, die Gespräche mit Tumorpatienten mit sich bringen können, und er erläutert Strategien für solche Gespräche in seinem Vortrag.

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Was soll man etwa antworten, wenn ein Tumorpatient fragt: "Ich habe Angst, daß die Chemo nicht wirkt, was machen wir dann?" Das Wissen aus dem Studium gibt Ärzten keine Hilfestellung für diese und ähnlich brisante Fragen. Ein Reflex ist häufig, Fachwissen wiederzugeben - auch wenn man spürt, daß der Patient jetzt etwas anderes braucht.

Statt Informationen und Ratschläge zu geben, sei es in einer solchen Situation wichtig, dem Patienten anzubieten, "nicht nur über Befunde, sondern über Befinden zu sprechen". Etwa mit einer schlichten, emphatischen Nachfrage: "Haben Sie Angst, daß der Tumor weiter wächst?" Denn eine wichtige Erkenntnis von Volkenandt ist es, daß "mißlungene Kommunikation die Patienten enttäuscht, auch wenn die Behandlung erfolgreich ist."

Der Kollege erläutert an Beispielen, wie man im Dreischritt-Verfahren Patienten schlechte Nachrichten übermittelt. Wer Volkenandts anschaulichen Vortrag gehört hat, kann dank seiner realitätsnahen Anleitung schwierige Gespräche sicher besser meistern als zuvor.

Gelungene ärztliche Gespräche helfen Patienten und Angehörigen. Der Erfolg ist unabhängig von der Gesprächsdauer. Und: Jeder kann eine gute Gesprächsführung lernen, sagt Volkenandt. Wichtig ist, daß man Patienten nicht nur mit dem Verstand, sondern auch emotional begegnet. Wer bei einem Krisengespräch noch in den Patientenunterlagen blättert, riskiere Glaubwürdigkeit und Vertrauen. Patienten erinnern sich nicht mehr an den Inhalt des Gesprächs, sondern an ihre Gefühle dabei. Weitere wichtige Tips gibt es in dem hörenswerten Vortrag. (acr)

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