Ärzte Zeitung, 27.06.2005

EPIDEMIOLOGIE VON ALLERGIEN

Allergische Erkrankungen wachsen sich nicht aus

Die Zahl der Erkrankten mit Allergien, allen voran Heuschnupfen und Asthma, hat in den vergangenen Jahrzehnten stark zugenommen. Nach neuen epidemiologischen Daten hat mittlerweile jedes dritte Schuldkind in Europa eine allergische Erkrankung. Was sind die Ursachen für diese dramatische Entwicklung?

Audiovisuelle Fortbildung mit "Ärzte Zeitung Online" und QÄF!

Jeder Vertragsarzt muß bis Mitte 2009 insgesamt 250 CME-Punkte sammeln. "Ärzte Zeitung Online" und QÄF, der Verein Qualitätsgesicherte Ärztliche Fortbildung, bieten eine Internet-Plattform zur audio-visuellen Fortbildung an.

Mehr Infos zur Fortbildung
finden Sie hier 

Seit den 1920er Jahren gibt es praktisch einen kontinuierlichen Anstieg der Asthma-Prävalenz bei Kindern und Jugendlichen, sagt Professor Ralph Mösges vom Klinikum Köln. Der Anstieg sei sogar exponentiell: So gebe es nach den Ergebnissen neuer Studiendaten bei Jugendlichen zwischen dem 12. und 13. Lebensjahr etwa alle acht Jahre eine Verdopplung der Prävalenz von allergischer Rhinitis und Asthma. Auch in Ostdeutschland ist die Prävalenz der allergischen Rhinitis seit der Wende 1989 erheblich gestiegen.

Wichtige neue Erkenntnisse zu epidemiologischen Aspekten der allergischen Erkrankungen hat eine akutelle Auswertung aus dem ISAAC (International Study of Asthma and Allergies in Childhood)-Projekt geliefert. Der Kölner Allergologe stellt die wesentlichen Ergebnisse dazu in seinem Online-Vortrag vor.

Auffällig ist, daß Schulkinder häufiger von Allergien betroffen sind als ältere Menschen. Wächst sich eine allergische Erkrankung also aus? "Wenn man sich die Ergebnisse epidemiologischer Studien ansieht, könnte man das auf den ersten Blick tatsächlich meinen", sagt Mösges.

In seinem Vortrag macht er aber deutlich, daß es sich in Wahrheit nur um einen Kohorten-Effekt handelt, das heißt, die heute 80jährigen sind die Kinder aus den 1920er Jahren, und damals waren Allergien bei Kindern noch selten. Daher seien auch die heute 80jährigen Menschen viel seltener als die heutigen Kinder von Allergien betroffen.

Nicht zu kurz kommen in dem Vortrag zudem mögliche Ursachen von Allergien wie die genetische Komponente oder der Faktor Rauchen, der aufgrund der aktuellen Datenlage als wesentlicher Risikofaktor für Asthma gilt. Als weiterer Risikofaktor wird das Leben in der Stadt beziehungsweise als Schutzfaktor das Leben auf dem Land diskutiert. (ikr)

Den Vortrag, für den es nach bestandener Prüfung CME-Punkte gibt, finden Sie nach Anmeldung bei www.qaef-akademie.de unter "Online Kurse" - "Allergo-Rhinologisches Update" - "Epidemiologie von Allergien".

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Personal-Notstand auf deutschen Intensivstationen

Auf deutschen Intensivstationen fehlen mehr als 3000 Spezialpflegekräfte. Die Krankenhäuser wollen reagieren. Das Personal denkt über einen Großstreik nach. mehr »

HIV-Impfung generiert Immunantwort

Eine Impfung gegen HIV ist in frühen klinischen Studien. Erste Ergebnisse sind positiv. mehr »

Warum die Putzhilfe glücklich macht

Putzen, Wäsche waschen, Kochen: Viele Menschen empfinden all das als nervige Pflichten. Wer Geld hat, kann andere für sich arbeiten lassen - und fühlt sich dann zufriedener. Das haben Forscher herausgefunden. mehr »