Ärzte Zeitung, 29.06.2005

SCHIZOPHRENIE

So läßt sich eine Schizophrenie früh erkennen

Je früher eine Schizophrenie diagnostiziert wird, desto günstiger ist die Prognose. Jedoch ist es nicht einfach, das Frühstadium der Krankheit zu erkennen. Dr. Axel Cicha aus Wasserburg am Inn nennt Symptome, bei denen Ärzte hellhörig werden sollten, und er sagt, worauf es bei der Therapie ankommt.

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Eine Schizophrenie beginnt meist schon bei Jugendlichen oder bei jungen Erwachsenen. Oft geht der ersten akuten psychotischen Phase ein bis zu fünf Jahre dauerndes Prodromalstadium voraus. In dieser Zeit beginnen sich die Betroffenen zu verändern. So kommt es oft zu einem Leistungsabfall - die Schulnoten werden schlechter, die Patienten ziehen sich zurück, verlieren ihren Arbeitsplatz oder ihren Partner.

In diesem Stadium klagen sie etwa über Schlafstörungen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Unruhe oder Schlaffheit. Oft werden auch Licht- und Geräuschempfindlichkeit genannt. Häufig zu beobachten ist auch ein plötzlicher Alkohol-, Nikotin-, oder Drogenmißbrauch.

"Die Menschen spüren, daß sie sich verändern", so Cicha, und sie versuchen, mit Drogen dagegen anzugehen. Auffällig ist etwa, wenn jemand, der bisher nie geraucht hat, plötzlich mehrere Schachteln Zigaretten am Tag raucht. Dies alles, so Cicha, sind zwar unspezifische Symptome, zusammen können sie aber auf eine beginnende Schizophrenie deuten.

Cicha nennt auch Tips zum Umgang mit Patienten, bei denen eine Schizophrenie bereits bekannt ist. So kann es bei verängstigten, unkonzentrierten Patienten sein, daß sie akustische Halluzinationen haben. Die Frage "Hören sie Stimmen?" führt dann meist nicht zu einem aufschlußreichen Gespräch. Eher beginnen die Patienten zu sprechen, wenn man sagt: "Ich habe das Gefühl, daß die Stimme ihnen etwas Böses sagt."

Schließlich erläutert Cicha, was bei der Therapie wichtig ist. Eines der größten Probleme ist, daß die meisten Patienten kurz nach der Klinikentlassung ihre antipsychotische Medikation absetzen. Hier können Hausärzte versuchen, die Compliance zu erhöhen, indem sie Betroffenen und ihren Angehörigen immer wieder klarmachen, wie wichtig die Medikation ist, und daß es ohne Medikamente zu einem chronischen Verlauf kommt. Welche Arzneien zur Therapie geeignet sind, darauf geht Cicha ausführlich ein. (mut)

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