Gegen gefährliche Grippe-Viren gibt es bald einen Notfallplan

BERLIN (mut/ug). Ein Pandemie-Plan soll die Bevölkerung in Deutschland vor eine Epidemie mit gefährlichen Influenza-Viren, etwa übertragbaren Vogelgrippe-Viren, schützen. Dazu gehört offenbar auch die Lagerung von Neuraminidase-Hemmern und eine Verteilung dieser Mittel an besonders gefährdete Personen.

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Nach Angaben des Magazins "Der Spiegel" sieht der Plan vor, bei einer gefährlichen Grippe-Pandemie zunächst antivirale Arzneien an drei Millionen Ärzte und Krankenschwestern zu verteilen. In einer zweiten Phase würden dann knapp vier Millionen Polizisten und Verwaltungsmitarbeiter die Arzneien bekommen. Schließlich würden chronisch Kranke, vor allem Patienten mit Atemwegserkrankungen, mit den Medikamenten versorgt.

Beim Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin wollte man auf Anfrage der "Ärzte Zeitung" diese Zahlen nicht bestätigen. Der Plan befinde sich noch zur Abstimmung in der Bund-Länder-Arbeitsgruppe. "Diskutiert wird aber eine Bevorratung von Medikamenten", so Susanne Glasmacher vom RKI. Bisher gebe es keine solchen Vorräte. Mit Blick auf die sich ausbreitende Vogelgrippe sagte Glasmacher, daß es bisher keinen Grund gebe, in Deutschland vorsorglich antivirale Mittel zu verteilen.

Auch an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt ist man auf Epidemien vorbereitet. Wenn Passagiere ankommen, die verdächtige Symptome haben, kämen die Patienten in die Isoliereinheit am Flughafen. "Wir können hier jedes Virus innerhalb eines Arbeitstags nachweisen", sagt Dr. René Gottschalk, Leiter des Kompetenzzentrums für hochinfektiöse Erkrankungen in Hessen. Bei einer Pandemie würden ähnliche Maßnahmen ergriffen wie im letzten Jahr bei Sars.

Lesen Sie dazu auch: Vogelgrippe-Viren sind für die meisten Menschen nicht gefährlich

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