In Baden-Württemberg boomt die Gesundheitsbranche

STUTTGART (mm/fst). Pro Kopf und Jahr werden in Baden-Württemberg knapp 3000 Euro für die Gesundheit ausgegeben.

Veröffentlicht:

Dies geht aus Zahlen zur Entwicklung der Gesundheitswirtschaft in Baden-Württemberg von 2000 bis 2006 hervor, die Sozialministerin Dr. Monika Stolz (CDU) und die Präsidentin des Statistischen Landesamtes Dr. Carmina Brenner in Stuttgart vorgestellt haben.

Im Jahr 2000 hat dieser Wert noch bei 2588 Euro gelegen, heißt es in den "Gesundheitsökonomischen Indikatoren für Baden-Württemberg". Das Gesamtvolumen der Gesundheitsausgaben im Südwesten hat sich im Jahr 2006 auf 32 Milliarden Euro belaufen, fünf Milliarden Euro mehr als im Jahr 2000. Größter Posten waren dabei die Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung mit etwa 18 Milliarden Euro (etwa 55 Prozent).

Für Gesundheit werden 32 Milliarden Euro ausgegeben.

Damit ist der GKV-Anteil wie auch der Anteil der anderen gesetzlichen Sicherungssysteme (Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung) an den gesamten Gesundheitsausgaben in Baden-Württemberg niedriger als im Bundesschnitt. Dagegen sind anteilsmäßig die Ausgaben für private Kranken- und Pflegeversicherungen im Südwesten höher als in anderen Bundesländern. Das kann, so die Chefin der Statistik-Behörde, mit dem hohen Wohlstand im Südwesten zusammenhängen. Im Ergebnis ist die Gesundheitswirtschaft in Baden-Württemberg damit unabhängiger von der Finanzsituation der GKV als im Bundesschnitt.

"Die Gesundheitsbranche ist mehr als nur ein Kostenfaktor. Sie ist ein Wirtschaftsfaktor ersten Ranges in Baden-Württemberg", sagte Stolz. Die Zahlen zeigten, dass die Menschen im Südwesten zunehmend bereit seien, verstärkt eigenverantwortlich in ihre Gesundheit zu investieren. So ist zwischen 2000 und 2006 der Anteil der Ausgaben der privaten Haushalte um fast zwei Prozentpunkte gestiegen.

Der Gesundheitssektor habe seine Position als beschäftigungsstärkste Branche in Baden-Württemberg verteidigt. Im Jahr 2006 sind 609 000 Menschen im Gesundheitswesen beschäftigt gewesen (2000: 577 000), das entspricht einem Anteil von elf Prozent. Wachstumsbereiche seien die ambulante und die stationäre Versorgung. Gesunken sei dagegen die Zahl der Beschäftigten in der Verwaltung.

Der Bericht ist abrufbar unter http://www.statistik-bw.de/, Menüpunkt "Gesundheit"

Schlagworte:
Mehr zum Thema
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Verbändeanhörung im Ministerium

Lauterbach will mit Klinikreform endlich ins Kabinett

Praxiseinrichtung

Licht an! Die richtige Beleuchtung in der Arztpraxis

Lesetipps
Die Allianz Chronisch Seltener Erkrankungen warnt, die geplante Klinikreform bilde die besondere Situation für die Behandlung von Menschen mit seltenen Erkrankungen nicht ausreichend ab.

© Frank Molter / dpa

Sieben-Punkte-Papier mit Forderungen

ACHSE beklagt: Seltene Erkrankungen bei Klinikreform nicht berücksichtigt