Kassen fürchten höhere Psychiatriekosten

HAMBURG (di). Die Ersatzkassen fürchten eine Explosion der stationären Behandlungskosten für psychiatrische Erkrankungen. Grund sind Pläne für neue Kapazitäten.

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"Der Patient benötigt einen Ansprechpartner", sagt vdek-Leiter Günter Ploß. Von ihm erhofft sich Ploß eine effektive Führung durch den Behandlungsprozess bei kostenintensiven Diagnosen wie Schizophrenie oder Depressionen. Derzeit beobachten die Kassen noch häufig "Drehtüreffekte" durch stationäre Wiederaufnahmen von psychisch Erkrankten. Das sei vermeidbar, wenn schon bei der Aufnahme eines Patienten die ambulante Weiterbehandlung vorbereitet wird.

Der Anteil der Behandlungskosten für psychiatrische Erkrankungen an den gesamten Klinikausgaben stieg in 2008 in Hamburg auf fast elf Prozent. Ploß erwartet, dass dieser Anteil weiter zunimmt, da die Kliniken weitere 50 vollstationäre Betten und 55 teilstationäre Behandlungseinheiten planten. Der vdek vermisst dabei integrative Behandlungsansätze.

Vorbilder gibt es: In Schleswig-Holstein arbeiten einige Kreise mit einem Gesamtbudget für die psychiatrische Versorgung, über dessen Verteilung vor Ort entschieden wird. Die Kassen haben damit kein Morbiditätsrisiko mehr. Die bisherigen Erfahrungen in den Modellregionen zeigen, dass die Patienten seltener stationär behandelt werden und mehr Aufmerksamkeit auf die Prävention gelegt wird.

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