Ärzte Zeitung, 31.08.2005

Zerstörungen riesigen Ausmaßes

Hurrikan Katrina schwächt sich ab / Viele Tote und Verletzte vor allem in Mississippi

NEW ORLEANS/WASHINGTON (ag). Der verheerende Hurrikan Katrina hat auf seinem Weg durch die amerikanischen Südstaaten Zerstörungen unvorstellbaren Ausmaßes angerichtet und viele Menschenleben gefordert. Die meisten Opfer wurden aus dem Bundesstaat Mississippi gemeldet. Die Behörden gehen davon aus, daß die Zahl der Opfer weiter steigt.

Einwohner von New Orleans heben schützend ihre Hände, um sich gegen den sich nur langsam abschwächenden Hurrikan Katrina zu schützen. Foto: dpa

In einer Appartement-Anlage in Biloxi sind 30 Menschen in den Fluten ertrunken oder beim Einsturz verschüttet worden. Viele Menschen starben auch durch umstürzende Bäume, herumfliegende Teile oder bei Verkehrsunfällen. Die Rettungsdienste konnten viele Gebiete, die von der Außenwelt abgeschnitten sind, noch nicht erreichen.

In Teilen von New Orleans (Louisiana) stiegen nach einem Dammbruch am Pontchartrain-See die Wassermassen noch an. Viele Menschen flüchteten sich auf Dächer, wo sie von Rettungskräften geborgen werden mußten. Trotz vieler Warnungen kam es in manchen Städten und Ortschaften zu Plünderungen.

Aus einem Krankenhaus wurden Patienten mit Rettungshubschraubern in Sicherheit gebracht. Dort hatte das Wasser bereits das erste Stockwerk erreicht. Die Notfallambulanz wurde in höher gelegene Stockwerke verlegt. In der Klinik lagen etwa 1000 Patienten.

Das Amerikanische Rote Kreuz hat eigenen Angaben zufolge die größte Hilfsaktion gestartet, die je für eine Naturkatastrophe in Gang gesetzt wurde. Man habe Hunderte von Notunterkünften eingerichtet, in denen Tausende von Sturm-Opfern mit Nahrung und Hilfsmitteln versorgt würden.

Das ganze Ausmaß der Schäden in den Katastrophenregionen von Louisiana, Mississippi und Alabama ist nicht absehbar. Mehr als eine Million Haushalte waren gestern ohne Strom. Bürger, die sich in Sicherheit gebracht hatten, wurden von den Behörden aufgefordert, noch nicht in ihre Häuser zurückzukehren. US- Präsident George W. Bush hat Teile der beiden Bundesstaaten Louisiana und Mississippi zu Katastrophengebieten erklärt, um schneller Bundeshilfe auszahlen zu können.

Voraussichtlich wird es der kostspieligste Wirbelsturm, der die USA je getroffen hat. Nach ersten Schätzungen könnte er mehr als 30 Milliarden Dollar (24,5 Milliarden Euro) kosten - und damit mehr als Hurrikan "Andrew", der 1992 in Florida und Louisiana 52 Menschen tötete und 100 000 Häuser zerstörte.

Die Münchener Rück, der weltgrößte Rückversicherer, rechnet mit einem Marktschaden von 15 bis 20 Milliarden Dollar (16,3 Milliarden Euro).

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »