Ärzte Zeitung, 29.05.2006

Mobiles Krankenhaus, Health-Kits, Zelte - Hilfe für die Erdbeben-Opfer

Über 3500 Tote und mehr als 55 000 Verletzte in Indonesien / Hilfe aus Deutschland

YOGYAKARTA (dpa/eb). Einen Tag nach dem verheerenden Erdbeben auf der indonesischen Insel Java mit mehr als 3500 Toten ist die internationale Hilfe gestern voll angelaufen. Viele Länder schickten Einsatzkräfte auf den Weg oder boten finanzielle Unterstützung an, darunter auch Deutschland.

Verletzt und verzweifelt: Ein Mann wird vor dem Krankenhaus in Yogyakarta behandelt. Fotos: dpa

Das indonesische Rote Kreuz sprach gestern von mehr als 55 000 Verletzten in der Großstadt Yogyakarta und ihrer Umgebung. Zehntausende von Überlebenden hatten die Nacht nach dem Beben trotz Regens im Freien verbracht, denn viele Nachbeben erschüttern die Region.

Derweil trafen Helfer und medizinisches Personal in der Katastrophenregion ein. Die Suche nach Verschütteten und Leichen wurde gestern fortgesetzt. Die Behörden befürchten, daß die Opferzahl weiter steigt, da unter den Trümmern noch Tote vermutet werden.

Das Beben der Stärke 6,2 hatte am Samstag Tausende von Häusern einstürzen lassen. Die Krankenhäuser in der Region waren mit der Zahl der Verletzten überfordert. Viele lagen auch am Sonntag in Notkliniken unter freiem Himmel.

Erdbeben-Opfer werden im Freien behandelt: Vor dem Krankenhaus von Yogyakarta wurde eine Notklinik errichtet.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat ein mobiles Krankenhaus mit 200 Betten aus der Provinz Aceh im Norden Indonesiens in das Erdbebengebiet transportiert. 13 deutsche Mitarbeiter seien im Land, so das DRK. Weitere Nothilfe wird auf den Weg gebracht. Am dringendsten benötigt würden Wasser, Medikamente, Seife und weitere Hygieneartikel. Auch die Johanniter-Unfallhilfe hat sofort damit begonnen, eine Hilfsaktion vorzubereiten.

Sie enthalte drei Emergency-Health Kits mit Basismedikamenten und medizinischen Verbrauchsmaterial. Mit ihnen könnten 30 000 Menschen drei Monate lang versorgt werden, so die Johanniter. Unicef will 9000 Plastikplanen, 2000 Zelte, 160 Wassertanks, 850 Hygienepakete sowie Medikamente in das Katastrophengebiet transportieren, so Unicef Deutschland. Der ortsansässige Partner der Christoffel-Blindenmission (CBM), der Gesundheitsdienstleiter Yakkum, haben ebenfalls sofort reagiert. Hauptaufgabe sei, Nahrungsmittel zu verteilen, so CBM.

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