Ärzte Zeitung, 29.08.2010

Kommentar

Gute Qualität, keine hohe Akzeptanz

Von Anno Fricke

Die Ergebnisse des Mammografie-Screenings sind ein Erfolg für die Arbeitsgemeinschaft von KBV und Krankenkassen. Vor allem belegen sie die Qualität der Arbeit von Gynäkologen und Radiologen, die als Befunder die entscheidenden Anteile an den jetzt vorgestellten positiven Zahlen haben.

Dennoch ist das Screening-System für niedergelassene Ärzte noch gewöhnungsbedürftig, jedenfalls für die Mehrheit, die nicht darin eingebunden ist. Gynäkologen, die Patientinnen über Jahre behandelt haben, müssen sich damit abfinden, dass deren Recht auf freie Arztwahl mit der Einladung zum Screening endet. Wenn sie teilnehmen wollen, müssen sie zu der ihnen zugewiesenen Screening-Einheit gehen. Und zwischen den einzelnen Einheiten gibt es auch Qualitätsunterschiede.

Die Verantwortlichen in der Kooperationsgemeinschaft wissen genau: Sie müssen die Frauenärzte in das Screening-System holen. Eine Möglichkeit dazu wäre, die Haus-Frauenärzte in die Fallkonferenzen der Screening-Einheiten einzuladen. Das führte mit großer Sicherheit dazu, dass mehr als nur die Hälfte der Frauen am Screening teilnehmen, wie dies bisher noch der Fall ist.

Lesen Sie dazu auch:
Qualitätsbericht: Mammografie auf hohem Niveau

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »