Ärzte Zeitung, 24.10.2005

Magnetfelder mindern Ohrensausen

TÜBINGEN (dpa). Von ständigem Ohrenpfeifen geplagte Menschen können nach Meinung von Experten auf die Entwicklung von Therapien mittels magnetischer Hirnstimulation hoffen.

"Forscher haben herausgefunden, daß bei Tinnitus-Patienten bestimmte Areale des Gehirns überaktiv sind", sagte der Tübinger Psychiater Dr. Christian Plewnia aus Anlaß der Tagung der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie.

Wenn man diese Hirnregionen mit starken Magnetfeldern stimuliere, könnten die Nervenzellen nicht mehr richtig arbeiten. "Dadurch läßt sich der Tinnitus vorübergehend unterdrücken."

In Testreihen gelang es den Tübinger Forschern, je nach Dauer der Magnetstimulation den Tinnitus zwischen einigen Sekunden und einer halben Stunde abzuschwächen.

"Bei täglicher Stimulation läßt sich das Ohrenpfeifen zwar zum Teil länger anhaltend, aber noch nicht in gewünschtem Maße reduzieren", so Plewnia. Er hoffe auf eine Kombination von Magnetstimulation mit Medikation und Verhaltenstherapie.

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