Ärzte Zeitung, 16.05.2006

Für Kinder lauert Vergiftungsgefahr oft im Haushalt

LEIPZIG (eb). Vergiftungen sind bei Kindern keine Seltenheit.Besonders im Haushalt gibt es viele Agenzien, die Vergiftungen auslösen können. "Lebensbedrohliche Vergiftungen sind bei Kindern heute allerdings eine Rarität, und Todesfälle sind äußerst selten", sagt Dr. Herbert Desel von der Universität Göttingen.

Pro Jahr werden den Giftinformationszentren in Deutschland etwa 100 000 Verdachtsfälle und tatsächliche Vergiftungen von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren gemeldet.

Bei älteren Jugendlichen handelt es sich bei Vergiftungen oftmals um eine Selbstschädigungsabsicht. Kinder unter zehn Jahre nehmen die Giftstoffe hingegen meist versehentlich: Mutters Hustensaft am Bett, das aus der Lampe auf dem Wohnzimmertisch oder das Shampoo im Bad.

Oft verlaufen solche Vergiftungen glimpflich, sie verursachen keine oder nur sehr geringe Symptome, wie Desel berichtet. Für betroffene Eltern gilt: Auf jeden Fall Ruhe bewahren und überstürzte Handlungen vermeiden. Das Kind sollte grundsätzlich nicht zum Erbrechen gebracht werden, weil dabei reizende Stoffe oder Reinigungsmittel in die Atemwege gelangen können.

Desel: "Sie richten dort größeren Schaden an als im Magen. Ein Schluck Wasser oder Tee schadet nicht. Milch oder gar Kochsalzlösung sind jedoch schädlich". Denn Milch fördert die Aufnahme vieler Stoffe aus dem Darm, und bereits ein Teelöffel Kochsalz kann beim Kleinkind viele Gehirnfunktionen lebensbedrohlich stören.

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Pädiatrie (8453)

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