Ärzte Zeitung, 26.05.2008

Tipps gegen Verbrennungen bei Kindern

Kollegen raten, Eltern gezielt über die Gefahren für ihre Kinder aufzuklären / Studie zu Verbrennungsursachen

LÜBECK (hub). Thermische Verletzungen stehen in Deutschland auf Platz drei der Folgen schwerer Unfälle von Kindern. Nachmittags- und Abendstunden sind die besonders gefährliche Zeit.

 Tipps gegen Verbrennungen bei Kindern

Verbrennungsnarben im Gesicht sind wegen der psychischen Belastung ein besonderes Problem. Vorbeugung durch die Eltern ist daher wichtig.

Foto: Paulinchen e.V.

In der Prävention von Brandverletzungen stehen zwei Bereiche im Mittelpunkt: bei Kleinkindern die Küche, bei Schulkindern und Jugendlichen der Freizeitbereich. Das hat eine Studie der Uni Lübeck erneut bestätigt (Monatsschr Kinderheilkd online). Darin wurden die Daten von 83 Kindern und Jugendlichen ausgewertet, die mit schweren Brandverletzungen eingewiesen wurden.

Kleine Kinder sind neugierig, fast alle ihrer Brandunfälle waren selbst verursacht - meist war sogar eine Aufsichtsperson in der Nähe. Die Kollegen raten, zur Prävention den Eltern zu empfehlen, heiße Flüssigkeiten für Kleinkinder unerreichbar zumachen.

Denn die Verbrühungen bei kleinen Kindern entstanden meist durch Ziehen oder Umschütten von Gefäßen mit heißen Flüssigkeiten durch die Kinder selbst. 42 Prozent der Verbrühungen fanden zwischen 16 und 20 statt, da die Konzentration der Aufsichtsperson nachlässt. Viele Eltern sind sich dessen nicht bewusst.

Der Tatendrang Jugendlicher lässt sich kaum bremsen. Experimentieren mit Feuer und brennbaren Flüssigkeiten ist in dem Alter normal. Vor allem Verpuffungen sind die große Gefahr, die vielen Jugendlichen nicht bekannt ist. Darauf müsse daher besonders hingewiesen werden.

So einfach sind Kinder zu schützen

Die Tipps der Lübecker Kollegen für Eltern:

  • Gefäße mit heißen Getränken weit weg von der Tischkante stellen, Kochen auf den hinteren Platten, Pfannestiele nach hinten drehen, Kochfeld mit Gitter sichern, Kabel von Wasserkochern nicht herunter hängen lassen
  • gesicherte Mischbatterien für Warmwasser installieren
  • Nuckelflaschen und Brei aus der Mikrowelle umrühren, die Oberfläche ist oft nur lauwarm, der Inhalt jedoch kochend heiß

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »