Ärzte Zeitung, 18.11.2009

Sozialpädiatrie

Rat für die tägliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

Kinder, Jugendliche und ihr soziales Umfeld - ein Themenkomplex, der in unserer Gesellschaft drastisch an Bedeutung gewonnen hat.

Rat für die tägliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

Sozialpädiatrie ist ein Arbeitsfeld mit mehreren Schauseiten. Je nach Standpunkt halten es die einen für ein Querschnittsfach, das in allen Bereichen der Kinder- und Jugendmedizin von großer Bedeutung und deshalb ein unverzichtbarer Bestandteil der allgemeinen Pädiatrie ist. Andere sehen in der Sozialpädiatrie ein spezielles Wissensgebiet, das im Rahmen der klinischen Weiterbildung zum Kinder- und Jugendarzt nur höchst unzureichend vermittelt wird und deshalb die Forderung nach einer formalisierten Zusatzweiterbildung rechtfertigt.

Schließlich wird Sozialpädiatrie als der medizinische Sektor der Gesundheitswissenschaft im Kindes- und Jugendalter definiert, das heißt als die systematische Zusammenführung der theoretischen und empirischen Grundlagen der Prävention und Gesundheitsvorsorge und ihrer praktischen Umsetzung.

Der Themenbereich Kinder, Jugendliche und ihr soziales Umfeld hat in den vergangenen Jahren in unserer Gesellschaft drastisch an Bedeutung gewonnen hat. Nichts deutet darauf hin, dass sich dieser Trend umkehrt.

Das Buch "Sozialpädiatrie" soll in erster Linie eine Hilfe für die alltägliche sozialpadiatrische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sein, andererseits aber auch Grundlagen für das Verständnis sozialpädiatrischer Aufgabenfelder und Handlungsweisen bieten.

Im ersten Teil werden zunächst Begriffsbestimmungen, Theorie und Evidenz geleitete Konzepte, grundlegende Prinzipien von Klassifikationen, Interventionen und Prävention vermittelt. Der Schwerpunkt liegt hier insbesondere auf dem Begriff der Gesundheit und gesundheitserhaltende Faktoren. Er beschreibt auch kurz historische Entwicklungen und Paradigmenwechsel von dem biomedizinischen zum biopsychosozialen Modell von Gesundheit und Krankheit.

Im speziellen Teil werden aktuelle Themen der Sozialpädiatrie im Einzelnen behandelt. Hier stehen Krankheiten, Störungen und Entwicklungsprobleme im Vordergrund. Ein besonderes Kapitel ist der Betreuung von Jugendlichen mit Migrationserfahrungen gewidmet. (eb)

Hans G. Schlack, Rüdiger von Kries, Ute Thyen (Hrsg.): Sozialpädiatrie. Gesundheitswissenschaft und pädiatrischer Alltag. Springer Medizin, 2009. XII, 470 Seiten. Preis: 69,95 Euro. ISBN 978-3-642-01476-5.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

"Fehler passieren, auch in der Medizin. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten durch einen Behandlungsfehler zu Schaden kommen, ist extrem gering." So lautete das Fazit von Dr. Andreas Crusius bei der Vorstellung der Behandlungsfehlerstatistik. mehr »

Naturvolk mit erstaunlich gesunden Gefäßen

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »