Ärzte Zeitung, 20.05.2005

KOMMENTAR

Erster Erfolg auf einem langen Weg

Von Peter Leiner

Es war damit eines Tages zu rechnen, aber nicht, daß es so schnell klappen würde: die Erzeugung patienteneigener embryonaler Stammzellen durch Klonen. Innerhalb nur eines Jahres nach dem Beleg, daß sich solche Stammzellen tatsächlich mit der Dolly-Methode herstellen lassen, ist das jetzt gelungen.

Aber das ist nur ein kleiner Schritt auf dem Weg zur maßgeschneiderten Behandlung mit körpereigenem Gewebe. Sie gibt es noch lange nicht, wie manche jetzt glauben mögen. Sie kann es unter anderem deswegen noch nicht geben, weil das Klonen von Stammzellen auf der Grundlage patienteneigener Zellen nicht automatisch gesundes Gewebe möglich macht, sondern eher das Gegenteil, nämlich Tumoren erzeugt.

So groß die Euphorie bei vielen Patienten jetzt sein mag: das, was die Forscher geschafft haben - und in Deutschland verboten ist -, ist zwar ein Erfolg, aber eben nur für die Grundlagenforscher. Viele Hürden sind noch zu überwinden, bis Patienten davon profitieren können. Nicht zuletzt muß es klare Regelungen für die nicht ungefährliche Eizellspende und den Schutz der Frauen geben.

Lesen Sie dazu auch:
Humane embryonale Stammzellen durch Klonen

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »