Ärzte Zeitung, 23.10.2007

Drei Indikationen, eine Potenz - so klappt der Homöopathie-Einstieg

Organbezogene Homöopathie bei akuten Krankheiten / Erfahrener Kollege gibt Tipps

STUTTGART (ug). Viele Patienten fragen nach einer homöopathischen Behandlung. Auch Ärzte, die noch wenig oder gar keine Erfahrung mit Homöopathie haben, können schnell Erfolge mit dieser Methode erzielen. Am besten ist es für Einsteiger, mit zwei oder drei akuten Indikationen zu beginnen und nur Arzneimittel in einer Potenz einzusetzen (D6 oder D12), um sich langsam mit der Homöopathie vertraut zu machen.

Homöopathie muss nicht lange dauern. Es gibt auch den kurzen Weg der indikationsbezogenen Homöopathie. "Die organotrope oder indikationsbezogene Homöopathie ist ganz pragmatisch und unmittelbar in der Praxis umzusetzen." Denn: "Die Homöopathie ist ein rationales Therapieverfahren", sagte Dr. Mirko Berger, Facharzt für Allgemeinmedizin aus Hamburg, auf der Fortbildungsveranstaltung "Homöopathie für die tägliche Praxis", die die "Ärzte Zeitung" in Stuttgart ausgerichtet hat.

In der indikationsbezogenen Homöopathie geht es ausschließlich um akute Krankheiten. Verwendet werden Arzneimittel, die sich bei diesen Krankheiten bewährt haben.

"Die Diagnose allein reicht allerdings nicht aus, um das richtige Arzneimittel zu finden", betonte Berger. "Entscheidend ist das Ähnlichkeitsprinzip." Die Ähnlichkeitsregel ist ein Grundprinzip der Homöopathie: Ein Patient sollte ein Mittel bekommen, das bei Gesunden ähnliche Symptome hervorruft, dessen "Arzneimittelbild" also am besten mit den Symptomen des Patienten übereinstimmt. Damit wird dem kranken Organismus ein Reiz geboten, der die Selbstheilungskräfte aktivieren soll.

Um das passende Mittel zu finden, sind die lokalen Symptome wichtig: die Auslöser, die Empfindungen der Patienten und die Bedingungen, unter denen die Beschwerden zurückgehen oder sich verschlimmern. Ein Beispiel ist Schnupfen: Ist das Nasensekret wässrig und wundmachend, und gehen die Beschwerden im Freien und bei Kälte zurück, ist Allium cepa geeignet.

Hat ein Patient eine verstopfte Nase, trockene Schleimhäute, sind die Beschwerden morgens und in der Wärme stärker, gehen aber im Freien zurück, dann ist das geeignete Mittel Luffa operculata.

Diese Symptome herauszufinden dauere nur wenige Minuten, sagte Berger auf der Veranstaltung, die die Deutsche Homöopathie-Union unterstützt hat. Dann ist das passende Mittel rasch gefunden. Davon werden drei- bis viermal täglich fünf Globuli bis zum Eintritt der Besserung verordnet, bei einem sehr akuten Geschehen am ersten Tag auch stündlich (sechs bis zehn Stunden lang).

Der Erfolg stellt sich dann meist sehr schnell ein. "Sie können sich auf die Homöopathie verlassen, die Homöopathie ist ein starker Impuls", sagte Berger.

Ein Handbuch für die Praxis

Ein Leitfaden zur organbezogenen Homöopathie für Kollegen, die noch keine oder erste Erfahrungen mit der Homöopathie haben, bietet das Handbuch der "Ärzte Zeitung". Zu Indikationen wie akute Kopfschmerzen, muskulo-skelettale oder gastrointestinale Beschwerden gibt es praxisrelevante Optionen. Die 13 Therapie-Kapitel sind zertifiziert; online können bis zu 26 Punkte gesammelt werden.

Subskriptionspreis 30 Euro plus 7 Euro Versand; Ärzte Zeitung Verlagsgesellschaft mbH, Am Forsthaus Gravenbruch 5, 63263 Neu-Isenburg, Tel.: 0 61 02 / 506- 148; Fax: - 44 148, E-Mail: vertrieb@aerztezeitung.de

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