Ärzte Zeitung, 18.11.2005

Klimawandel mit enormen Folgen

US-Studie: Frühe Schneeschmelze führt zu Wassermangel in vielen Regionen der Erde

LONDON (dpa). Mehr als ein Sechstel der Weltbevölkerung wird in den kommenden Jahrzehnten im Sommer von Wasserknappheit bedroht sein. Die Klimaerwärmung führt Prognosen zufolge dazu, daß die Schneeschmelze immer früher eintritt und ein Großteil des Wassers aufgrund fehlender Speichermöglichkeiten ungenutzt ins Meer abfließt.

Auch beim Rhein werden die Pegelstände früher steigen und im Sommer häufiger und länger auf niedrige Werte fallen. Über diese und weitere Auswirkungen der Klimaerwärmung berichten US-Forscher in zwei Übersichtsartikeln des Fachblatts "Nature" (438, 2005, 303 und 310).

So werde die Menschheit in einer wärmeren Welt auch vermehrt gesundheitliche Probleme bekommen. Schon heute sterben nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich etwa 150 000 Menschen an den direkten oder indirekten Folgen des Klimawandels.

Als Gründe nennen die Forscher um Jonathan Patz von der University of Wisconsin in Madison unter anderem Tote bei Hitzewellen. Sie befürchten mit steigenden Temperaturen eine stärkere Verbreitung von Insekten, die Krankheiten übertragen, und höhere Ernteausfälle.

Am Rhein steigen die Temperaturen den Klimamodellen zufolge bis zur Mitte des Jahrhunderts um ein bis knapp zweieinhalb Grad.

Die Erwärmung werde dazu führen, daß der Wasserstand des Rheins immer mehr von den Regenfällen abhängen wird, berichten die Forscher um Tim Barnett von der Scripps Institution of Oceanography in La Jolla (US-Bundesstaat Kalifornien). Im Winter werde es häufiger Hochwasser geben, Trockenperioden im Sommer würden öfter auftreten und länger anhalten.

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