Ärzte Zeitung, 28.06.2006

Institut warnt: Kein Hausputz mit Bioziden!

Breiter Einsatz niedriger Dosen riskant / Resistenzen von Bakterien werden gefördert

BERLIN (dpa). Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat vor einem unbedachten Einsatz von Haushaltsreinigern mit Bioziden gewarnt. Biozide Wirkstoffe wie Triclosan sollten der Desinfektion in Krankenhäusern und Arztpraxen vorbehalten bleiben, so das BfR.

Andernfalls könnte die Resistenzentwicklung von Bakterien gefördert werden. Niedrig dosiert ist Triclosan mittlerweile in einer wachsenden Anzahl von Wasch- und Reinigungsmitteln sowie in Kleidung und Kunststoffen enthalten. Gerade durch diese niedrige, nicht ausreichende Dosierung bestehe einerseits die Gefahr, daß die Mikroorganismen vermehrt gegen den Wirkstoff Triclosan resistent würden.

Zudem könnten die Keime auch gegen Antibiotika unempfindlich werden. "Im Alltag genügen Wasser und Seife oder konventionelle Reiniger", betonte BfR-Präsident Professor Andreas Hensel.

Topics
Schlagworte
Umweltmedizin (1121)
Wirkstoffe
Triclosan (2)
Personen
Andreas Hensel (41)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »