Ärzte Zeitung, 29.01.2007

Autoabgase behindern Lungenentwicklung

Kinder, die nahe an Autobahnen wohnen, haben eine schlechtere Lungenfunktion

LOS ANGELES (mut). Ein Leben nahe einer Autobahn schadet offenbar Kinderlungen. Als Erwachsene haben solche Kinder eine deutlich reduzierte Lungenfunktion.

Sowohl die forcierte Vitalkapazität (FVC) als auch die Einsekundenkapazität (FEV1) ist bei Kindern vermindert, die näher als 500 Meter von einer Autobahn aufwachsen. Das hat eine Studie aus Kalifornien ergeben, in der 3700 Kinder ab dem Alter von zehn Jahren insgesamt acht Jahre lang beobachtet wurden. 440 Kinder, etwa zwölf Prozent, lebten näher als 500 Meter an einer Autobahn.

Im Schnitt nahm der FVC-Wert bei den Kindern in dieser Zeit um 2160 ml zu, der FEV1-Wert um 1861 ml. Bei Kindern, die im Abstand von weniger als 500 Meter zu einer Autobahn aufwuchsen, lag der Zuwachs bei der FVC um 63 ml unter dem Durchschnitt, bei der FEV1 um 81ml darunter.

Da die Lungenentwicklung im Alter von 18 praktisch abgeschlossen ist, gehen die Forscher um Dr. James Gauderman aus Los Angeles davon aus, dass Kinder, die in der Nähe von viel befahrenen Straßen aufwachsen, zeitlebens eine eingeschränkte Lungenfunktion haben. Das berichten sie online in der Zeitschrift "The Lancet".

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Kein Schutz für Kinder-Lungen

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