Ärzte Zeitung, 31.05.2007

Dünn, aber viel Bauchfett, das ist sehr ungünstig

Sterberate dünner Frauen mit hohem Bauchfettanteil besonders hoch / Bauchumfang soll gemessen werden

NEU-ISENBURG (hub). Den Bauchumfang zu messen, ist wichtiger, als den BMI zu bestimmen. Dieser Schluss ergibt sich aus einer aktuellen Studie mit Frauen. Besonders gefährdet für kardiovaskuläre Erkrankungen sind Dünne mit viel Bauchfett.

In der Praxis solle daher nicht nur der BMI, sondern auch der Bauchfettanteil bestimmt werden, empfehlen die Autoren der Studie (Arch Intern Med 167, 2007, 886). Dazu reiche es, den Bauchumfang zu messen. Dieser soll nach neuen Empfehlungen der International Diabetes Foundation in Europa für Frauen unter 80 cm, für Männer unter 94 cm liegen. Diese Werte sind viel niedriger als die bis vor kurzem gültigen, da sie neue Daten zur Bedeutung des Bauchfettes als Indikator für kardiovaskuläre Risiken berücksichtigen.

Für die Studie hatten Dr. Xianglan Zhang von der Universität in Nashville in den USA zusammen mit Kollegen aus Schanghai bei 70 000 Chinesinnen knapp sechs Jahre lang Daten gesammelt. Gemessen wurden Bauch- und Hüftumfang und daraus der Quotient (Waist-Hip-Ratio, WHR) berechnet. Er wurde in Bezug zur Sterberate gesetzt.

Besonders ungünstig war es, wenn dünne Frauen (BMI unter 22,5) einen besonders hohen Bauchfettanteil (WHR über 0,85) hatten: Bei ihnen war die Sterberate 2,4-fach höher als bei Frauen mit gleichem BMI, aber wenig Bauchfett (WHR unter 0,77). Mit einem BMI von 22,3 bis 25,1 war die Sterberate 1,6-fach, mit einem BMI über 25,2 um den Faktor 1,5 erhöht.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Amazonas-Volk hat die gesündesten Gefäße weltweit

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »

Kiffen schädigt wohl doch Herz und Hirn

Cannabis-Konsum erhöht offenbar doch das Risiko für Schlaganfall und Herzschwäche. Zumindest hat sich ein entsprechender Zusammenhang in einer umfassenden US-amerikanischen Analyse gezeigt. mehr »