Ärzte Zeitung, 10.03.2009

Kommentar

Gegen Adipositas hilft nur Prävention

Von Wolfgang Geissel

Nach den Daten der Studie KiGGS sind in Deutschland bereits 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen übergewichtig und 6,3 Prozent adipös. Adipositas schädigt die Gesundheit dabei für das ganze weitere Leben, und zwar ähnlich stark wie Rauchen, hat jetzt eine schwedische Studie ergeben. Übergewicht muss daher bei Heranwachsenden unbedingt vermieden werden.

Eine Therapie gegen Adipositas ist - anders als Raucher-Entwöhnung - nur sehr selten erfolgreich. Selbst monatelange Aufenthalte in Kurkliniken als ultima ratio zeigen hier kaum langfristige Erfolge. Und nur wenige Kinder können in den Genuss einer solchen langen stationären Therapie kommen.

Die Entstehung von Übergewicht ist komplex, und zur Bekämpfung gibt es keine einfachen Lösungen. Wichtig ist es, schon bei kleinen Kindern gesundheitsbewusstes Verhalten nachhaltig zu fördern. Ziel muss es sein, durch gesunde Ernährung und Bewegung den Anstieg von Übergewicht bei Kindern bereits im Vorschulalter aufzuhalten. Programme hierzu wie "TigerKids" in Kindertagesstätten werden derzeit überall in Deutschland evaluiert. Gerade auch Ärzte sind hier gefragt, um Betroffenen, Eltern und Angehörigen den Sinn solcher Maßnahmen nahezubringen.

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