Diabetes

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Modul: Strategien zur Gewichtsreduktion bei Typ-2-Diabetes

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Kongress, 12.05.2011

Mit dem Messer gegen Fett - das könnte öfter helfen

Die Volkskrankheit Diabetes ist zwar unheilbar, wie die Folgeerkrankungen oft aber vermeidbar. Auch die Chirurgie kann dazu einen Beitrag leisten.

Von Angela Mißlbeck

Mit dem Messer gegen Fett - das könnte öfter helfen

Bei Hochrisikopatienten mit Diabetes Typ 2 kommt die Adipositas-Chirugie noch zu selten zum Einsatz, warnen Experten.

© olly / shutterstock.com

BERLIN. Die Adipositas-Chirurgie ist in jeder Hinsicht effektiv. Diese Auffassung vertrat Professor Edward Shang vom Universitätsklinikum Leipzig bei der Veranstaltung "Volkskrankheiten - Herausforderung für Medizin und Pflege" im Rahmen des Deutschen Ärztekongresses.

"Die weltweit größte Studie zeigt, dass Patienten in der Lage sind, das reduzierte Gewicht über Jahre zu halten", sagte Shang. Er verwies auf weitere Studien, die zeigen würden, dass auch Begleiterkrankungen vermieden werden könnten. "Das ist das Entscheidende", sagte der Leipziger Experte.

Denn die Patienten würden an einem Potpourri von Komorbiditäten leiden. Auch mit Blick auf die Therapiekosten sei die Adipositaschirurgie effektiv im Vergleich zu konservativen Maßnahmen. Volkswirtschaftliche Effektivität sieht Shang dadurch gegeben, dass Arbeitsunfähigkeiten verringert und Patienten langfristig wieder in das Arbeitsleben integriert werden könnten.

Der Leipziger Experte vertritt die Auffassung, dass Adipositas in Deutschland noch viel zu selten chirurgisch behandelt wird. Er schätzt, dass mehr als eine Million fettleibige Patienten hierzulande davon profitieren würden. 2010 seien aber weniger als 5000 Adipositas-chirurgische Eingriffe vorgenommen worden.

Diabetes nimmt in der deutschen Bevölkerung stark zu

"Deutschland ist derzeit in Europa das Land mit der niedrigsten OP-Rate", so Shang. Selbstkritisch merkte der Experte an, dass auch die Qualität noch nicht stimme. Er sprach sich dafür aus, die Eingriffe an wenigen spezialisierten Zentren zu konzentrieren, die Hochrisikopatienten adäquat versorgen können.

Fettleibigkeit geht fast immer mit Diabetes Typ 2 einher. Die Stoffwechselerkrankung nimmt in der deutschen Bevölkerung stark zu. Bald gebe es mehr als 300 Millionen Diabetiker, warnte der niedergelassene Endokrinologe Dr. Helmut Schatz aus Bochum.

Vor allem die Folgeerkrankungen werden seiner Einschätzung nach deutlich unterschätzt. Diabetes ist Schatz zufolge der häufigste Grund für Erblindung und für Dialysebehandlung. Zudem würden jedes Jahr 25 000 Füße wegen Diabetes amputiert.

"Jeder Diabetiker ist sein eigener Arzt"

Schatz setzt auf die Mitwirkung der Patienten bei der Behandlung ihrer chronischen Erkrankung. Sein Credo: "Jeder Diabetiker ist sein eigener Arzt. Sein Arzt ist nur der Oberarzt". Deshalb sei es extrem wichtig, dass Diabetespatienten im Umgang mit ihrer Erkrankung geschult werden, so Schatz.

Die Disease Management Programme für Diabetes Typ 2 betrachtet Schatz als ersten Fortschritt. Rund 70 Prozent der gesetzlich versicherten Diabetiker werden nach seinen Angaben innerhalb der Programme betreut. "Zum Teil sind diese Patienten besser versorgt als Privatpatienten, weil sie regelmäßig kontrolliert werden", sagte Schatz.

Ob die Programme die Gesundheit der Diabetiker aber auf Dauer verbessern, gelte es noch abzuwarten. "Erste Berichte der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein zeigen positive Effekte", so Schatz.

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