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Ärzte Zeitung, 14.02.2013

Magen-Bypass

Mehr Spaß am Sex

Extremes Übergewicht belastet das Liebesleben - und senkt bei Frauen die Chance, schwanger zu werden. US-Gynäkologen haben nun gezeigt, wie den betroffenen Damen geholfen werden kann.

Von Peter Leiner

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Übergewichtige Frauen haben häufiger Probleme schwanger zu werden.

© Inger Anne Hulbækdal/fotolia.com

HERSHEY. Der Gewichtsverlust nach einer Magenverkleinerung bei Frauen mit extremer Adipositas beeinflusst offenbar den Zyklus nicht so stark wie bisher vermutet.

Sowohl die Ovulationsrate als auch die Qualität der Ovulation bleiben durch Kalorienrestriktion und Gewichtsverlust nach Magenverkleinerung unbehelligt. Gleichzeitig verkürzt sich aber die follikuläre Phase, und die Frauen haben wieder mehr Spaß am Sex.

Wegen der negativen Einflüsse der Adipositas auf Sexualität und Reproduktionsparameter wird stark übergewichtigen Frauen, die Probleme haben, schwanger zu werden, empfohlen, das Gewicht zu reduzieren.

In manchen Ländern wie in Neuseeland werden adipösen Frauen Behandlungen bei Unfruchtbarkeit nicht bezahlt.

US-Gynäkologen um Dr. Richard S. Legro vom Pennsylvania State University College of Medicine in Hershey prüften nun in einer Studie über zwei Jahre, ob sich durch eine Magenverkleinerung Reproduktionsparameter wie die Frequenz und die Qualität der Ovulation ändern (J Clin Endocrin Metab 2012, online 12. Oktober).

BMI betrug im Mittel 49 kg / m2

Primärer Endpunkt der Studie mit 29 adipösen Frauen, die im Mittel einen BMI von 49 kg / m2 (132 kg) hatten, war der Pregnandiolglucuronidspiegel im Urin zur Beurteilung der Qualität der Sekretionsphase. Gemessen wurde ein Monat vor und nach der Op sowie 3, 6, 12 und 24 Monate später.

Sekundäre Endpunkte waren unter anderem Frequenz und Menge der Blutungen, hormonelle Parameter und die Sexualfunktion, gemessen mit Hilfe des FSFI-Fragebogens (Female Sexual Function Index).

Im Mittel waren die Frauen 34,5 +/- 4,3 Jahre alt und noch nicht in der Menopause. 48 Prozent hatten regelmäßige Menstruationen, die übrigen Frauen beurteilten die Blutungen als unregelmäßig. 52 Prozent waren zu Studienbeginn kinderlos.

90 Prozent der stark adipösen Frauen hatten am Anfang der Studie Ovulationen. Für die statistische Auswertung verwendeten die Gynäkologen die Daten von 20 der 29 Studienteilnehmerinnen, was eine statistische Aussagekraft von fast 90 Prozent gewährleistet.

Durch die Magenverkleinerung änderten sich weder die Ovulationsfrequenz noch die Qualität der Lutealphase. Die follikuläre Phase dagegen verkürzte sich, und zwar um 6,5 Tage drei Monate nach der Op und um 7,9 bis 8,9 Tage nachsechs bis 24 Monaten.

Die US-Ärzte interpretieren das eher als eine Normalisierung dieses Parameters, ohne den zugrundeliegenden Mechanismus erklären zu können.

Knochendichte blieb unverändert

Die Zyklusdauer, die bei Adipösen meist verlängert ist, hatte sich zwar nach einem halben Jahr signifikant verkürzt, was dann aber ein Jahr nach der Op im Vergleich zum Studienanfang nicht mehr zutraf.

Ein Hyperandrogenismus, beurteilt anhand biochemischer Werte, verbesserte sich, vor allem durch den sofortigen Anstieg der Serumspiegel des sexualhormonbindenden Globulins (SHBG).

Der klinisch anhand des Hautbefundes beurteilte Hyperandrogenismus mit Sebumproduktion, Akne und Hirsutismus veränderte sich dagegen durch den Eingriff nicht.

Auch die Knochendichte, gemessen mithilfe der DXA-Methode, blieb im Studienzeitraum unverändert.

Allerdings verzeichneten die Ärzte einen signifikanten Verlust fettfreier Muskelmasse sowie an Fettgewebe - ein Hinweis darauf, dass sich bevorzugt Bauchfett verminderte.

Unabhängig von den Veränderungen im Hormonstatus stieg nach dem Eingriff im Verlauf der Studie die Lust der Frauen auf Sex, beurteilt anhand des FSFI-Fragebogens ein Jahr nach der Op.

Die Verbesserung um 28 Prozent habe vermutlich dazu beigetragen, dass fünf Frauen, von denen vier bereits Kinder hatten, im Verlauf der Studie schwanger wurden.

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