Ärzte Zeitung, 13.04.2005

Neue Asthma-Leitlinie erleichtert Praxisalltag

Konkrete Empfehlungen bei Versagen der Stufentherapie / Tabelle zur Intensivierung der Behandlung

BERLIN (dru/ikr). Die Deutsche Atemwegsliga und die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie haben ihre Leitlinie zur Diagnostik und Therapie bei Asthma überarbeitet. Eine wesentliche Neuerung dabei sind praktische Empfehlungen für die weitere Behandlung von Patienten, bei denen die übliche stadiengerechte Therapie nicht ausreichend wirkt.

Nach wie vor wird für die medikamentöse Erstbehandlung von asthmakranken Kindern und Erwachsenen die Stufentherapie je nach Schweregrad empfohlen. Doch was ist zu tun, wenn ein Patient trotz stadiengerechter Therapie noch Symptome hat? Dazu bietet die neue Leitlinie spezielle Empfehlungen: In einer Tabelle werden Vorschläge zur Intensivierung der Therapie gemacht.

    Es gibt genaue Empfehlungen zu Medikation und Dosierung.
   

Dabei wird genau erklärt, welche Medikation hierfür in Frage kommt. Und in einer weiteren Tabelle gibt es genaue Angaben zur Dosierung von inhalativen Kortikosteroiden. Für Dr. Peter Kardos aus Frankfurt am Main, der an der Leitlinie mitgearbeitet hat, ist dies die wichtigste Neuerung, wie er auf einer Veranstaltung der Deutschen Atemwegsliga in Berlin gesagt hat.

Für die Intensivierung der Therapie bei ungenügendem Ansprechen werden durchweg inhalative Kortikosteroide (ICS) als erste Wahl empfohlen. Ein Beispiel: Wenn ein ICS in niedriger Dosis nicht ausreicht, sollte als nächster Schritt ein ICS in mittlerer Dosis verordnet werden.

Als Alternative wird - außer bei Kleinkindern - ein ICS in niedriger Dosierung in Kombination mit einem langwirksamen Beta-2-Sympathomimetikum empfohlen.

Ist ein Patient über einen Zeitraum von drei Monaten optimal eingestellt, sollte eine stufenweise Reduktion der Medikation (Deeskalation) erfolgen. Auch hierbei hilft die neue Leitlinie weiter. Der Verlauf der Symptomatik, der klinischen Befunde und der Lungenfunktion sollte hierbei streng kontrolliert werden, so Professor Heinrich Worth, Vorsitzender der Deutschen Atemwegsliga.

Damit die neue Leitlinie möglichst rasch in die tägliche Praxis umgesetzt werden kann, gibt es bereits eine Kurzfassung davon. Die ausführliche Fassung wird in den nächsten Monaten in der Zeitschrift "Pneumologie" veröffentlicht werden.

Die Kurzfassung der "Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Asthma" ist kostenlos erhältlich bei der Geschäftsstelle Deutsche Atemwegsliga, Im Prinzenpalais: Burgstraße, 33175 Bad Lippspringe; E-Mail: atemwegsliga.lippspringe@t-online.de; die Leitlinie ist auch über den Thieme Verlag für 6,95 Euro erhältlich unter ISBN 313133861x.

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