COPD

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Übersicht COPD - Diagnostik, Prävention und Therapie

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung, 20.12.2005

Kombitherapie dämpft Entzündung bei COPD-Patienten

Fluticason plus Salmeterol reduziert Zahl der Entzündungszellen / Ergebnis einer Studie mit 140 ehemaligen oder aktiven Rauchern

KOPENHAGEN (hae). In fünf Jahren wird die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) in Europa die vierthäufigste Todesursache sein, schätzen Wissenschaftler. Eine subepitheliale Entzündung der Atemwege gilt außer der teilweise irreversiblen Atemwegsobstruktion als ein wesentliches Charakteristikum der Erkrankung.

Eine Kombinationstherapie mit dem inhalativen Kortikoid Fluticason und dem langwirksamen Beta-2-Mimetikum Salmeterol wirkt dieser Entzündung entgegen. Darauf hat Professor Peter K. Jeffery vom Royal Brompton Hospital in London bei der Jahrestagung der European Respiratory Society in Stockholm hingewiesen.

In Lungenbiopsien von COPD-Patienten finden sich als Zeichen der subepithelialen Entzündung zum Beispiel wesentlich mehr zytotoxische CD8+-T-Lymphozyten als bei gesunden Personen.

    Effekt der Behandlung auf die Sterberate wird derzeit geprüft.
   

Die Zahl dieser sowie weiterer Entzündungszellen werden durch eine Kombinationstherapie mit inhalativen Kortikoiden und langwirksamen Beta-2-Sympathomimetika deutlich gesenkt, wie Jeffery in einer Studie bei 140 ehemaligen oder aktiven Rauchern mit COPD nachgewiesen hat. Die Patienten erhielten über drei Monate eine Kombitherapie aus Salmeterol (50 µg) und Fluticason (500 µg) zweimal täglich (in der Fixkombination Viani® enthalten) oder Placebo.

Mit der Kombitherapie sank bioptisch im Vergleich zu Placebo die Zahl der CD8+-T-Lymphozyten als primäres Zielkriterium signifikant. Gleiches galt für die Zahl der Zelltypen, die die Entzündungsmediatoren Interferon gamma und Tumornekrosefaktor alfa produzieren, wie Jeffery bei einem Satellitensymposium des Unternehmens GlaxoSmithKline gesagt hat.

Darüber hinaus war im Sputum der Verum-Patienten auch die Zahl der bei COPD-Exazerbationen vermehrt auftretenden Neutrophilen und Eosinophilen signifikant reduziert.

Den ausgeprägten antientzündlichen Effekt hält Jeffery für eine wesentliche Komponente der klinischen Wirksamkeit dieser Kombinationstherapie. Ob sich dieser Effekt auch auf die Sterblichkeitsrate der Patienten auswirkt, wird derzeit in der TORCH (TOwards a Revolution in COPD Health)-Studie untersucht.

6200 COPD-Patienten werden über drei Jahre mit der Fixkombination aus Salmeterol und Fluticason, mit den Einzelsubstanzen oder mit Placebo behandelt. Wesentliche Einschlußkriterien waren eine klinische COPD-Anamnese nach den ERS-Kriterien, täglicher Konsum von einer Packung Zigaretten pro Tag über mindestens zehn Jahre sowie eine FEV1 (Einsekundenkapazität) von höchstens 60 Prozent.

Primärer Endpunkt ist die Gesamtmortalität. Die Ergebnisse der im Jahr 2000 begonnenen Studie werden im Laufe des kommenden Jahres erwartet.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »