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Ärzte Zeitung, 23.06.2006

Asthma oder COPD? - Spirometrie hilft weiter

Neue Empfehlungen der Deutschen Atemwegsliga / Wichtige Indikationen sind chronischer Husten und Dyspnoe

MÜNCHEN (wst). "Die Spirometrie wird in Deutschland, etwa bei Raucherhusten, noch zu sparsam eingesetzt", sagt Professor Dieter Köhler, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie. Um die Anwendung der Methode im Alltag zu erleichtern, hat die Deutsche Atemwegsliga Empfehlungen mit vielen praktischen Tips erarbeitet.

"Die Spirometrie ist eine einfache, schnelle, nicht-invasive und preisgünstige Meßmethode, um obstruktive und restriktive Ventilationsstörungen sicher zu diagnostizieren", hat der Pneumologe Professor Carl Peter Criée aus Göttingen bei einer Veranstaltung der Deutschen Atemwegsliga in München betont.

Die Spirometrie solle deshalb einen festen Platz auch in der allgemeinärztlichen und internistischen Praxis haben. So kann etwa bei Patienten mit Atemwegsobstruktion mit der Spirometrie vor und nach Anwendung eines schnell wirksamen Bronchodilatators das Ausmaß der Reversibilität objektiviert und so zwischen Asthma und COPD unterschieden werden.

Klare und unanfechtbare Indikationen für eine spirometrische Untersuchung sind nach Angaben von Criée etwa Dyspnoe, chronischer Husten und Auswurf sowie die Verlaufsbeobachtung und Therapiekontrolle bei bronchopulmonalen Erkrankungen. Die Spirometrie eigne sich auch als generelles Screening, besonders bei Raucheranamnese.

Die Methode habe jedoch auch ihre Grenzen, betonte Criée. So bleiben etwa Diffusionsstörungen wie bei Lungenfibrose mit der Methode verborgen und Patienten können einen normalen spirometrischen Befund haben, obwohl die Lungenfunktion so schlecht ist, daß sie eine Spenderlunge benötigen. Bei unauffälliger Spirometrie sollte daher bei jedem Hinweis auf eine Dyspnoe weiter untersucht werden, etwa mit einer Blutgasanalyse oder einer Ganzkörperplethysmographie.

Criée wies bei der Veranstaltung in München auf mögliche Fehlerquellen der Spirometrie hin. So kann es völlig falsche Meßergebnisse geben, wenn ein Patient nicht optimal mitarbeitet.

Die neuen Empfehlungen der Atemwegsliga sollen helfen, bei der Spirometrie alles richtig zu machen. Sie sind Teil der Broschüre "Lungenfunktion - Spirometrie und Atemmuskelfunktion".

Die Broschüre mit Empfehlungen zur Spirometrie kann bei der Geschäftsstelle der Deutschen Atemwegsliga in 33175 Bad Lippspringe, Im Prinzenpalais, Burgstraße, angefordert werden. Alternativ können die Empfehlungen im Internet eingesehen werden unter: www.atemwegsliga.de.

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