Ärzte Zeitung, 15.04.2008

Neue Leitlinie zur Therapie bei Kindern mit Asthma

Inhalative Steroide und Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten als erste Wahl empfohlen

LÜBECK (otc). Mit der PRACTALL-Leitlinie gibt es jetzt eine neue speziell für Kinder und Jugendliche mit Asthma erarbeitete Diagnose- und Therapie-Empfehlung. Danach stehen in der Initialtherapie inhalative Steroide und Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten gleichberechtigt an erster Stelle.

 Neue Leitlinie zur Therapie bei Kindern mit Asthma

Lungenfunktionsmessung; adäquate Therapie hält die Werte gut in Schach.

Foto: obs

Die PRACTALL*-Leitlinie ist das Ergebnis einer Kooperation von 38 pädiatrischen Asthmaexperten aus 18 Ländern (Allergy 63, 2008, 5). Darauf hat Professor Jürgen Seidenberg vom Elisabeth-Kinderkrankenhaus Oldenburg beim Pneumologen-Kongress hingewiesen. Zentrale Säulen der Therapie sind Allergen- und Triggervermeidung, Schulung und eine adäquate Pharmakotherapie. Ziele der Pharmakotherapie sind Symptomkontrolle und Exazerbationsprophylaxe mit einem Minimum an unerwünschten Wrkungen.

Um mit der Pharmakotherapie jedem Patienten gerecht werden zu können, wurden die inhalativen Steroide (ICS) sowie auch die Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten (LTRA) auf eine Stufe an die erste Stelle gestellt. Grundlage hierfür ist unter anderem die CLIC-Studie (J Allergy Clin Immunol 2005, 115, 233).

In der Placebo-kontrollierten, doppelblinden Crossover-Studie erhielten 144 Kinder zwischen sechs und 17 Jahren entweder 5 oder 10 mg Montelukast (Singulair®) oder 200 μg Fluticason. Dabei sprach ein Teil der Patienten entweder nur auf Montelukast oder Fluticason oder auf beide Substanzen an, so Seidenberg.

Es zeigte sich, dass auf Fluticason Kinder mit ausgeprägten Allergiezeichen (IgE  über  200 U, PC20 unter  1) besser ansprachen und auf Montelukast vor allem Kinder unter zehn Jahren und solche, bei denen die Leukotrien-Ausscheidung im Urin erhöht war, sagte der Pädiater auf einem von MSD unterstützten Symposium.

Nach der neuen Leitlinie soll bei ungenügender Asthmakontrolle im nächsten Schritt die ICS-Dosis erhöht, oder ICS und LTRA kombiniert werden. Genügt auch dies nicht, kommen die langwirksamen Beta-2-Agonisten (LABA) ins Spiel, und zwar ausschließlich in Kombination mit ICS. Im Gegensatz zu erwachsenen Asthma-Patienten werden LABA bei Kindern aufgrund der bisher unzureichenden Datenlage erst nachgeordnet empfohlen.

*PRACTALL: PRACTical ALLergology

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