Ärzte Zeitung, 03.05.2004

Erste Sars-Tote in China in diesem Jahr

Taiwan schränkt Reiseverkehr mit Nachbarland ein / Bei Reisenden wird Fieber gemessen

PEKING (dpa). Chinas Gesundheitsministerium hat bei einer Patientin den ersten Sars-Todesfall seit dem Ende der Epidemie im vergangenen Sommer bestätigt.

Eine 53jährige Frau, die am 19. April mit Symptomen der lebensgefährlichen Lungenkrankheit gestorben war, war nach Laboruntersuchungen tatsächlich mit dem Sars-Virus infiziert, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Taiwan verhängte ein weitgehendes Einreiseverbot für Bewohner der chinesischen Hauptstadt Peking und der Ostprovinz Anhui, wo zusammen bislang acht Sars-Patienten gemeldet wurden.

Die Regierung in Hongkong dagegen sieht keine Notwendigkeit für Reisebeschränkungen. Hunderttausende Reisende aus der Volksrepublik wurden von Freitagabend an in Hongkong erwartet, da die "Goldene Woche" genannten Ferien über den Maifeiertag begonnen haben.

Mehr als 90 Millionen Touristen werden nach Schätzungen in China unterwegs sein. An Bahnhöfen und Flughäfen werden Reisende, insbesondere jene aus Peking und Anhui, auf Fieber untersucht.

Experten der Weltgesundheitsorganisation WHO untersuchen den neuen Ausbruch, der offenbar auf ein Viruslabor zurückgeht. In dem Labor hatte die Tochter der 53jährigen gestorbenen Frau gearbeitet. Die 26jährige Medizinstudentin gilt als erste Patientin in der Infektionskette und hat wahrscheinlich ihre Mutter und die anderen bekannten Sars-Patienten angesteckt.

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