Ärzte Zeitung, 13.10.2004

Pulmonale arterielle Hypertonie oft spät erkannt

Progrediente Belastungsdyspnoe gibt ersten Hinweis

BERLIN (ikr). Die pulmonale arterielle Hypertonie ist eine unterschätzte Erkrankung, so Professor Georg Ertl aus Würzburg. Unbehandelt überleben die betreffenden Patienten im Mittel nur 2,8 Jahre und sterben dann meist an einer Rechtsherzinsuffizienz. Dennoch vergehen im Durchschnitt 2,5 Jahre vom Beginn der Beschwerden bis zur Diagnose - und das, obwohl es effektive Therapien gibt.

Die pulmonale arterielle Hypertonie (PAH) wird vor allem aufgrund ihrer unspezifischen Symptomatik so spät diagnostiziert, sagte Ertl bei einer Veranstaltung des Unternehmens Actelion Pharmaceuticals in Berlin.

"Hört man bei Patienten, die über Müdigkeit und Abgeschlagenheit klagen, aus dem weiteren Gespräch heraus, daß sie bei Belastung, etwa beim Treppensteigen, immer schneller eine Dyspnoe entwickeln, sollte man hellhörig werden", so Professor Michael Pfeifer aus Donaustauf. Berichten die Patienten außerdem über pektanginöse Beschwerden, Husten und Synkopen, sollte eine Echokardiographie zur weiteren Klärung veranlaßt werden.

Patienten mit erhöhtem Risiko für eine PAH, etwa bei Sklerodermie, sollten jährlich oder bei Verstärkung der Symptomatik zur Echokardiographie geschickt werden, so Pfeifer. Auch Patienten mit positiver Familien-Anamnese für eine idiopathische PAH und solche mit angeborenem Herzfehler sollten systematisch auf diese Krankheit untersucht werden.

Eine frühe Diagnostik der PAH lohnt sich nach Angaben des Internisten, da es mittlerweile potente Arzneimittel zur Behandlung gebe. Hinreichend nach strengen wissenschaftlichen Kriterien geprüft sei der Endothelin-Rezeptor-Antagonist Bosentan (Tracleer®). Eine orale Behandlung mit dieser Substanz verbessert die Prognose der Patienten signifikant und erhöht die Lebensqualität, wie Pfeifer berichtet hat.

Die Zeit bis zur klinischen Verschlechterung (Tod, Hospitalisierung oder Therapieabbruch wegen Verschlechterung der PAH) werde deutlich verlängert. In klinischen Studien nahm die körperliche Belastbarkeit, gemessen anhand des Sechs-Minuten-Gehtests sowie der funktionellen NYHA-Klasse, statistisch signifikant zu. Außerdem verbesserte sich die Hämodynamik, und die Dyspnoe verringerte sich.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Amazonas-Volk hat die gesündesten Gefäße weltweit

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »

Kiffen schädigt wohl doch Herz und Hirn

Cannabis-Konsum erhöht offenbar doch das Risiko für Schlaganfall und Herzschwäche. Zumindest hat sich ein entsprechender Zusammenhang in einer umfassenden US-amerikanischen Analyse gezeigt. mehr »