Ärzte Zeitung, 30.09.2004

Plasmaprodukte aus Blut von vCJK-Patienten

LONDON (ast). Das Londoner Gesundheitsministerium will mehr als 6000 Patienten schriftlich vor dem Risiko warnen, durch kontaminierte Plasmaprodukte "möglicherweise" mit dem Erreger der neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJK) infiziert worden zu sein.

Die Patienten des staatlichen britischen Gesundheitsdienstes (National Health Service, NHS) erhielten nach Angaben des Gesundheitsministeriums NHS-Plasmaprodukte. Für die Herstellung der Produkte wurde unter anderem Blut von vCJK-Patienten verwendet.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden bereits etwa 4000 Patienten angeschrieben, um sie darüber zu informieren. Die meisten von ihnen sind Hämophilie-Patienten, die regelmäßig NHS-Blutkonserven und -produkte erhielten. Wie der höchste Gesundheitsbeamte in Großbritannien, Chief Medical Office Sir Liam Donaldson, in London sagte, sind bislang neun Blutspender an vCJK erkrankt. Sie spendeten seinen Angaben zufolge insgesamt 23mal Blut. Das Blut wurde gepoolt und in Hunderte Blutprodukte verteilt.

Das Ministerium bezeichnete die Briefe als "reine Vorsichtsmaßnahme". Es sei "sehr unwahrscheinlich", daß sich ein NHS-Patient über kontaminierte Blutprodukte mit dem Erreger von vCJK infiziert habe. Allerdings sei eine Infektion "nicht grundsätzlich auszuschließen".

Anfang 2004 war ein 70jähriger an vCJK gestorben, der acht Jahre vor seinem Tod Blut von einem vCJK-infizierten Patienten transfundiert bekommen hatte (wir berichteten). Daraufhin wurde allen Patienten, die zwischen 1980 und 1996 in Großbritannien Blutprodukte empfangen hatten, untersagt, Blut zu spenden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Adiopositas-Op nötig, aber Kasse will nicht zahlen

Wenn der Antrag eines Adipositas-Patienten auf eine bariatrische Operation abgelehnt wird, bringt das Ärzte in eine schwierige Situation. Denn oft verschlechtert sich der Zustand des Betroffenen. mehr »

Immer mehr Nichtraucher erkranken an Lungenkrebs

In US-Kliniken tauchen immer häufiger Nichtraucher mit Lungenkrebs auf, vor allem Frauen sind betroffen. Das könnte am Passivrauchen liegen. mehr »

Wer nicht hören will, den soll die Kita künftig melden

Prävention mit Drohgebärden: Künftig will das Bundesgesundheitsministerium nicht nur mit Bußgeld drohen, sondern auch die Kitas einspannen, um die Verweigerer einer verpflichtenden Impfberatung herauszufischen. mehr »