Ärzte Zeitung, 07.02.2005

Hausärzte haben jetzt gute Chancen, Demenz früh zu diagnostizieren

Detektivischer Spürsinn führt zur Verdachtsdiagnose

BERLIN (mal). Hausärzte haben heute bessere Chancen als je zuvor, eine Demenz früh zu diagnostizieren und so auch früh eine spezifische Therapie einzuleiten, sagt Privatdozent Dr. Hans Gutzmann, Gerontopsychiater in Berlin. Denn Patienten mit Gedächtnisstörungen suchten heute früher und öfter Hilfe beim Arzt.

Daß Patienten mit beginnender Demenz kognitive Störungen regelmäßig leugnen und damit die Diagnostik verzögern und erschweren, sei heute im Vergleich zum Beispiel zur Situation vor zehn Jahren deutlich seltener der Fall, so Gutzmann zur "Ärzte Zeitung". Auch die wiederholten Aufklärungskampagnen zur Alzheimer’schen Erkrankung in den vergangenen Jahren hätten hier einen wichtigen Beitrag geleistet.

Im Vergleich zur Situation bei Fachkollegen werde die Furcht, an Alzheimer zu erkranken, bei Hausärzten aber meist nicht als eigentlicher Grund des Arztbesuchs angegeben. Bei Hausärzten seien eher kurz eingeschobene Bemerkungen typisch wie "... und dann läßt wohl auch mein Gedächtnis wohl nach, Herr Doktor". So würden von Hausärzten deutlich mehr Aufmerksamkeit und Spürsinn gefordert, um den Verdacht auf eine Demenz zu bekommen.

Nach den Erfahrungen von Gutzmann haben Patienten mit Gedächtnis-Problemen gegen Kurztests, die zur Demenz-Frühdiagnostik entwickelt worden sind, oft keine Vorbehalte. Leider wendeten bisher aber nur etwa zehn bis 15 Prozent der hausärztlich tätigen Kollegen die nur wenige Minuten dauernden und abrechenbaren Tests an.

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