Ärzte Zeitung, 07.10.2009

Prävention bei Alzheimer nur schwer prüfbar

NÜRNBERG (mut). Nicht nur Tierexperimente, auch Erkenntnisse aus großen epidemiologischen Studien können wichtige Hinweise darauf liefern, wie sich Alzheimer verhindern lässt. Darauf hat Dr. Monique Breteler von der Erasmus-Universität in Rotterdam in den Niederlanden hingewiesen.

Große Kohortenstudien hätten etwa Hinweise darauf gegeben, dass Blutdrucknormalisierung bei Hypertonikern protektiv wirkt, was in Interventionsstudien inzwischen weitgehend bestätigt werden konnte. Aus epidemiologischen Studien gibt es auch Hinweise, dass ein gesunder Lebensstil mit viel körperlicher und geistiger Aktivität protektiv ist - gerade dies lasse sich jedoch in Interventionsstudien kaum prüfen. Breteler kritisierte daher auch die Interpretation von placebokontrollierten Studien etwa zu Vitamin E bei Alzheimer-Patienten oder bei leichten kognitiven Einschränkungen (MCI) - meist hatte sich kein Nutzen des Präparats ergeben. In solchen Studien würden die Substanzen jedoch nur kurzfristig verabreicht und dies bei Patienten, bei denen es vermutlich schon zu spät sei, weil die Pathologie schon weit fortgeschritten ist. Daraus können man noch lange nicht schließen, dass Menschen, die sich zeitlebens vitaminreich ernähren, keinen Nutzen hätten.

Viele Hinweise aus epidemiologischen Studien ließen sich in klinischen Studien eben kaum prüfen. Placebokontrollierte Gewissheiten werde es hier wohl auch in Zukunft nicht geben.

Lesen Sie auch:
Alzheimer offenbar bei Op übertragbar
Wenn Patienten nicht mehr zuhören

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Personal-Notstand auf deutschen Intensivstationen

Auf deutschen Intensivstationen fehlen mehr als 3000 Spezialpflegekräfte. Die Krankenhäuser wollen reagieren. Das Personal denkt über einen Großstreik nach. mehr »

HIV-Impfung generiert Immunantwort

Eine Impfung gegen HIV ist in frühen klinischen Studien. Erste Ergebnisse sind positiv. mehr »

Warum die Putzhilfe glücklich macht

Putzen, Wäsche waschen, Kochen: Viele Menschen empfinden all das als nervige Pflichten. Wer Geld hat, kann andere für sich arbeiten lassen - und fühlt sich dann zufriedener. Das haben Forscher herausgefunden. mehr »