Ärzte Zeitung, 13.02.2004

Arzneikombination plus Sport bringt Zuckerwerte ins Lot

Kasuistik: HbA1csank in fünf Monaten auf 6,1 Prozent

MÜNCHEN (hbr). Für die Therapie von Typ-2-Diabetikern ist besonders wichtig, daß sie ihr Gewicht verringern. Dazu gehört oft die Änderung des Lebensstils: Die Patienten müssen also aktiv mitmachen, wie im Fall einer 49jährigen Typ-2-Diabetikerin, über die der Diabetologe Professor Armin Heufelder aus München berichtet hat.

Die Raucherin hatte schon länger ein metabolisches Syndrom. Dazu gehörten eine zentral betonte Adipositas, der BMI betrug 33 kg/m². Außerdem bestand eine arterielle Hypertonie mit beginnender Retinopathie und eine Mikroalbuminurie mit hypertensiver oder diabetogener Ursache.

Die Behandlung umfaßte unter anderem Acetylsalicylsäure (ASS), ein Diuretikum, Ramipril und ein Statin. Die Werte von HbA1c und Nüchternblutzucker waren bei der Patientin deutlich erhöht.

Die wichtigsten Therapiemaßnahmen waren hier zu Beginn eine Rauchentwöhnung sowie die Gewichtsreduktion durch Umstellen der Ernährung und körperliches Training, sagte der Diabetologe auf einer Veranstaltung des Unternehmens GlaxoSmithKline in München.

Zudem war eine Schulung zur Blutzucker- und Blutdruckkontrolle erforderlich. Die Senkung des Blutzuckers mit einem Sulfonylharnstoff war wegen Hypoglykämien abgebrochen und eine Behandlung mit Metformin begonnen worden. Diese Therapie verringerte den HbA1c auf 7,1 Prozent, doch die Patientin vertrug das Biguanid nur bis 1000 mg täglich.

Daraufhin wurde Metformin mit Rosiglitazon kombiniert. Das Ergebnis fünf Monate später: Der HbA1c war auf 6,1 Prozent gefallen. Die Albumin-Ausscheidung ging etwas zurück, Hypoglykämien traten nicht auf. Dank eines Fitneßtrainings blieb auch die mit dem Glitazon erwartete leichte Gewichtszunahme aus.

Die Kombination aus Metformin und Rosiglitazon ist, wie bereits berichtet, kürzlich unter der Bezeichnung Avandamet® auf den Markt gekommen. Die reduzierte Tablettenzahl kann die Patienten-Compliance bessern.

Kollegen sollten ihren Patienten erklären, was sie in der Therapie tun müssen. Wenn man dies erläutere und zum Beispiel mit der Ehefrau die Ernährung bespreche und Tips gebe, wo die Patienten Sport treiben könnten, würden sie oft mitmachen. Nur zu sagen: "Machen Sie Sport, nehmen Sie ab", das genügt nicht.

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