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Selbst Wettkampfsport ist für Diabetiker nicht tabu

HANNOVER (mar). Sport tut gut - dies gilt für Gesunde wie auch für Diabetiker. Längst ist ein Diabetes kein Hinderungsgrund mehr, Breiten- oder sogar Wettkampfsport zu betreiben - bis hin zum Marathonlauf. Voraussetzung ist aber, daß Kohlenhydrat-Zufuhr und Insulindosis individuell an die körperliche Belastung angepaßt werden, um Komplikationen wie Hypoglykämien zu vermeiden. Daher ist eine intensive Blutzuckerkontrolle nötig.

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Für die Bewertung, wie sich körperliches Training individuell auf die Stoffwechsellage auswirkt, ist natürlich die Blutzuckerselbstmessung wichtig, wie die Diabetesberaterin Ulrike Thurm aus Berlin beim Deutschen Diabetes-Kongreß in Hannover gesagt hat. Aber auch die kontinuierliche Langzeit-Glukosebestimmung im Blut sei hilfreich, so Thurm bei einem Symposium von Menarini Diagnostics.

Das vom Unternehmen für das Glukosemonitoring angebotene subkutane Meßsystem (GlucoDay®) bestimmt den Blutzucker ununterbrochen über 48 Stunden. Anhand des so erstellten Blutzuckerprofils, das retrospektiv analysiert wird, läßt sich für Ärzte und Patienten der Effekt körperlicher Belastung auf den Blutzucker minutiös verfolgen.

So kann etwa eine Hypoglykämiegefahr rechtzeitig erkannt werden. Zudem ließen sich Erkenntnisse für die persönliche Trainingsgestaltung bei Sportlern gewinnen, sagte Thurm. Die blutzuckersenkende Therapie könne dann entsprechend angepaßt werden.

Die meisten Menschen sind eher Bewegungsmuffel. Um ihre Diabetes-Patienten zu vermehrter körperlicher Aktivität zu motivieren und ihnen den positiven Effekt von Sport auf den Glukosestoffwechsel zu verdeutlichen, hat die niedergelassene Internistin Dr. Eva Hess aus Worms einen ganztägigen Sport-Workshop in einem Fitneß-Studio angeboten.

Insgesamt 17 untrainierte Typ-2Diabetiker mit intensivierter Insulintherapie haben an dem Workshop teilgenommen. Nach einer theoretischen Einführung zu den Auswirkungen von Sport auf den Stoffwechsel und zu Trainingstechniken trainierten die Patienten nach subjektiver Einschätzung ihrer Kondition unter Anleitung eines Sporttherapeuten.

Alle 15 Minuten wurden von Diabetes-Fachkräften Blutzucker, Blutdruck und Puls gemessen und dokumentiert. Bei drei Patienten war am Vorabend zudem mit dem kontinuierlichen Glukosemonitoring begonnen worden. Durch die intensive Betreuung beim Training seien den Patienten Ängste vor Komplikationen wie Hypoglykämie genommen sowie eigene Grenzen erkannt worden und - die Hauptsache - alle Patienten hätten Spaß an der Bewegung gehabt, sagte Hess.

Nach dem Sport wurden die Meßwerte aller Teilnehmer verglichen und diskutiert. Die Patienten konnten so die positiven Auswirkungen der Bewegung auf den eigenen Stoffwechsel erkennen. Für viele der Patienten, so Hess, sei dieser Workshop der Start zu regelmäßiger körperlicher Aktivität gewesen.

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