Ärzte Zeitung, 03.09.2004

Bald 10 Millionen Diabetiker in Deutschland

MÜNCHEN (sto). Bis zum Jahr 2010 wird die Zahl der Diabetiker in Deutschland auf mindestens zehn Millionen steigen. Und es kann noch schlimmer kommen. Denn mehr als ein Drittel der heute Geborenen haben nach Angaben von Professor Eberhard Standl aus München bereits die genetische Veranlagung für Diabetes.

Ab Sonntag treffen sich in München bei der 40. Jahrestagung der European Association for the Study of Diabetes (EASD) mehr als 12 000 Teilnehmer aus der ganzen Welt.

Gespannt warten die Teilnehmer auf die Ergebnisse der DIGAMI-2-Studie, in der Diabetiker mit frischem Herzinfarkt zusätzlich sofort mit einer Insulininfusion behandelt wurden. Es werde erwartet, daß die DIGAMI-2-Studie erheblichen Einfluß auf die Behandlung haben wird, sagte Standl, der Vizepräsident der EASD ist, in München.

Denn vier von fünf Herzinfarktpatienten haben einen bekannten oder bis dahin unbekannten Diabetes oder eine gestörte Glukosetoleranz. Herzinfarkt-Patienten, bei denen kein Diabetes bekannt ist, sollten deshalb künftig auch einen oralen Glukosetest bekommen, sagte Standl.

Für die Verbindung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes habe das neu entdeckte Hormon Adiponektin eine große Bedeutung, sagte Standl. Es modifiziere die Insulin-Wirkung und beeinflusse die Funktion der großen Blutgefäße.

Ausführliche Informationen zum kongreß: www.easd.org

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