Ärzte Zeitung, 10.05.2005

Intensives Bodybuilding schadet Typ-1-Diabetikern

Progression der Mikroangiopathie wird gefördert

BERLIN (mar). Bodybuilding oder intensives isometrisches Krafttraining ist für Typ-1-Diabetiker schädlich, da es die Entwicklung und Progression der Mikroangiopathie enorm fördert. "Verbieten Sie Ihrem Typ-1-Diabetiker das Bodybuilding!", so der Appell von Professor Rolf Renner aus München beim Diabetes-Kongreß in Berlin.

Bewegung, Kraft und Ausdauer können in jedem Fitness-Studio trainiert werden. Diabetiker sollten jedoch auf ein solches Training verzichten. Foto: Klaro

Renner machte das Problem anhand eines Patienten-Beispiels deutlich: Ein Patient mit seit langem bestehendem Typ-1-Diabetes hatte vor vier Jahren ein Jahr lang in einem Fitness-Studio regelmäßig Bodybuilding gemacht. Er hatte vor Beginn dieser Aktivität bereits eine geringfügige Retinopathie und eine fortgeschrittene Nephropathie.

Innerhalb von vier Jahren ist es dann zu einer drastischen Verschlechterung beider Folgeerkrankungen gekommen. Diese Erfahrung habe er auch bei zwei weiteren Patienten in seiner Praxis gemacht, berichtete der Münchner Diabetologe.

Auslöser für die starke Progression dieser diabetischen Mikroangiopathie sei der enorme Blutdruckanstieg während des Trainings. Bei der mit dem Bodybuilding verbundenen starken isometrischen Belastung steigt der Blutdruck systolisch auf Werte von 300 mmHg oder noch höher, wie Messungen ergeben haben. "Das ist eine Katastrophe!", warnte Renner. Denn solche Blutdruckanstiege führen zu einer massiven Beschleunigung der diabetischen Mikroangiopathie.

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