Ärzte Zeitung, 21.09.2005

Diabetiker mit inhalierbarem Insulin zufrieden

Auswertung von 15 000 Fragebögen / Vergleich mit Bewertung der subkutanen Insulin-Injektion

ATHEN (sko). Mit inhalierbarem Insulin steht vermutlich schon bald eine neue Option für Diabetiker in Deutschland zur Verfügung. Patienten könnten davon doppelt profitieren. Denn mit dieser Therapie sinken die Blutzuckerwerte und steigt die Lebensqualität.

Sinkt der Blutzucker, steigt die Laune - zumindest bei Typ-II-Diabetikern gibt es für diesen Zusammenhang Studiendaten, die Professor Marcia A. Testa von der Harvard School of Public Health in Boston beim europäischen Diabetologen-Kongreß in Athen vorgestellt hat.

So hatten Patienten, die im Schnitt einen HbA1c-Wert von 7,5 Prozent hatten, bessere Scores für Parameter wie mentale Gesundheit, kognitive Funktionen oder die Belastung durch die Symptome. Bei Patienten mit einem mittleren HbA1c- Wert von 9,3 Prozent lag dagegen nur die selbst wahrgenommene Gesundheit im positiven Bereich.

    Sinkt der Zucker im Blut, dann steigt die Laune.
   

Testa präsentierte bei dem Satellitensymposium der Unternehmen Sanofi-Aventis und Pfizer zudem die Analyse von 15 000 Fragebögen, die zwischen 1987 und 2005 erfaßt wurden, zur Zufriedenheit von Diabetikern mit ihrer Therapie. In einer Studie wurden die Aussagen von Typ-I-Diabetikern, die auf eine Therapie mit inhalierbarem Insulin wie Exubera® umgestellt worden waren, mit denen von Patienten mit herkömmlicher subkutaner Insulin-Injektion verglichen.

Abgefragt wurden etwa Schmerzen, Flexibilität, die Belastung durch die Behandlung oder soziale Aspekte sowie Parameter als Folge auf die Behandlung, also unerwünschte Wirkungen oder die wahrgenommene Effektivität. In einer dritten Kategorie sollten die Patienten die Befürwortung der Therapie, die grundsätzliche Zufriedenheit und die Präferenz angeben. Veränderungen nach sechs Monaten wurden anhand einer Skala von 0 bis 100 erfaßt.

In allen Punkten konnte eine Verbesserung bei Patienten mit inhalierbarem Insulin festgestellt werden. Die Präferenz für die Therapie nahm sogar um 35 Punkte zu, dagegen nahm sie bei Patienten mit der herkömmlichen Therapie um vier Punkte ab.

Die gleiche Abnahme zeigte sich bei diesen Patienten bei der generellen Zufriedenheit. Bei Patienten mit inhalierbarem Insulin nahm die Zufriedenheit hingegen um 27 Punkte zu. "In all unseren Studien war die Zufriedenheit mit dem inhalierbaren Insulin höher als mit subkutanem Insulin", faßte Testa zusammen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »