Diabetes

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Ärzte Zeitung, 01.06.2006

"Für Diabetiker gibt es generell nichts Besseres als Sport"

Bundesliga-Torhüter Dimo Wache engagiert sich für die Aktion "Gesünder unter 7" / Offener Umgang mit seiner Diabetes-Krankheit

HAMBURG (Smi). Diabetes und Sport ist das zentrale Thema der letzten beiden Aktionstage von der Diabetesaufklärung "Gesünder unter 7". Heute und morgen wird dazu ins Elbe-Einkaufszentrum in Hamburg eingeladen. Prominente Gäste sind heute Fußball-Torwart Dimo Wache, Eishockey-Stürmer Michael Hackert, beide Diabetiker, sowie Fußball-Legende Uwe Seeler.

Trotz Typ-1-Diabetes zum Erfolg: der Mainzer Torwart Dimo Wache. Foto: dpa

Drei Monate hatte Dimo Wache wegen eines Innenminiskusrisses pausiert. Dann, Anfang Mai dieses Jahres, kehrte der Kapitän des Fußball-Bundesligisten FSV Mainz 05 ins Tor zurück und hielt seinen Kasten 90 Minuten lang sauber. Mit einem 1:0 gegen Schalke 04 sicherte sich das Team den Klassenerhalt. Es war ein Comeback nach Maß, das auf den 32jährigen Keeper wie ein Déja-vu gewirkt haben muß.

Rückblick: 1998 erleidet Wache einen Kreuzbandriß. Die Reha schlaucht ihn mehr, als sie dürfte. Ständig hat er Durst, verliert enorm an Gewicht, und dann kommen noch Sehstörungen dazu. Seine Frau schickt ihn zum Arzt. Der mißt den Blutzucker des Profis. Das Ergebnis: 673 mg/dl. Wache wird sofort ins Krankenhaus eingeliefert. Die Diagnose: Diabetes mellitus.

Acht Jahre später ist Dimo Wache auf dem Gipfel seines Erfolgs. Ein anstrengender Weg bis dorthin, auf dem nur wenige Leidensgenossen folgen können. Aber ein normales Leben zu führen, ist für jeden Diabetiker möglich. Diese Botschaft will Wache Betroffenen mit auf den Weg geben. Daher stellt er sich auch in den Dienst der Aufklärungsaktion "Gesünder unter 7", die von dem Unternehmen Sanofi-Aventis initiiert wurde.

Heute ist Wache im Elbe-Einkaufszentrum in Hamburg zu Gast. Dort will er über seine Erfahrungen als Diabetiker berichten und für einen HbA1c-Wert unter sieben Prozent werben. Zusammen mit dem Eishockey-Stürmer Michael Hackert, der auch Typ-1-Diabetiker ist, und Fußball-Legende Uwe Seeler lädt Wache anschließend zu einem Torwandschießen ein.

Die zentrale Botschaft an diesem Tag: Wer sich ausreichend bewegt, braucht auf (fast) nichts zu verzichten. "Die heutigen Therapiemöglichkeiten sind so gut, daß man auch mal Cola trinken oder ein Stück Kuchen essen darf", sagt Wache. Allerdings sei es dabei unerläßlich, sich hinreichend oft zu bewegen. Dies könne man sogar in seinen Alltag integrieren, so Wache. "Und wenn es nur die Treppe statt des Aufzugs ist, oder die Brötchen zu Fuß vom Bäcker geholt werden statt mit dem Auto."

Als Profisportler bringt der Mainzer Torhüter seine Botschaft glaubwürdig rüber: "Für einen Diabetiker gibt es generell nichts Besseres als Sport", bleut er seinen Zuhörern ein. "Sport verhindert Übergewicht und stärkt das Herz-Kreislauf-System. Mit Sport fühlt man sich einfach besser, die Dosierung des Insulins läßt sich üben. Als Typ-1-Diabetiker muß ich dann weniger Insulin spritzen."

Dabei hat Wache wie jeder Betroffene auch lernen müssen, mit seiner Krankheit umzugehen. Als ihm die Diagnose mitgeteilt wurde, habe er noch gedacht, "in einem Jahr ist das schon wieder weg. Der Zahn wurde mir dann aber sehr schnell gezogen."

Daher begann er, sich mit Diabetes auseinanderzusetzen. Er lernte, selbst zu spritzen und stellte seine Ernährung um. "Am Spieltag achte ich darauf, daß ich etwa zwei Stunden vor dem Spiel keine Kohlenhydrate mehr zu mir nehme", erzählt er. Eingeschränkt fühle er sich nicht. "Während eines Spiels ist es gar nicht möglich zu unterzuckern, da der Zuckerspiegel durch den hohen Adrenalinspiegel ansteigt." Beim Training jedoch sei die Gefahr größer. "Aber mein Trainer hat dann immer eine Flasche mit Zuckerlösung für mich zur Hand."

Für Wache ist das regelmäßige Messen des Blutzuckers das A und O eines jeden Diabetikers. Hinzu komme der offene Umgang mit seiner Erkrankung. "Es ist absolut unerläßlich, daß alle Bescheid wissen. Wenn man zum Beispiel eine Unterzuckerung bekommt und das Umfeld nicht weiß, was zu tun ist, kann das wirklich lebensgefährlich sein."

Aus der eigenen Offenheit in Bezug auf seine Diabetes-Erkrankung erwächst zunehmend Respekt seiner Fans. Wache: "Ich bekomme immer mehr E-Mails und positive Reaktionen darauf, wie offensiv ich mit meiner Krankheit umgehe."

Diabetes-Aktion in Hamburg

"Sport und Fußball mit Diabetes - denn Bewegung tut der Gesundheit gut": Das ist das Motto der Aktionstage von "Gesünder unter 7" in Hamburg. Heute und am Freitag, jeweils von 9.30 Uhr bis 20 Uhr, können sich Besucher des Elbe-Einkaufszentrums bei der von Sanofi-Aventis initiierten Aufklärungsaktion informieren. Betroffene können zudem den HbA1c-Wert messen lassen.

Heute laden die Sportler und Diabetiker Dimo Wache (Fußball-Torwart vom FSV Mainz 05) und Michael Hackert (Eishockey-Stürmer bei den Frankfurt Lions) sowie die Hamburger Fußball-Legende Uwe Seeler zum Torwandschießen ein. Die "Ärzte Zeitung" unterstützt die Aktion als Medienpartner.

Weitere Infos im Internet unter www.gesuender-unter-7.de

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