Diabetes

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Modul: Strategien zur Gewichtsreduktion bei Typ-2-Diabetes

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Ärzte Zeitung, 04.12.2006

Bei Diabetes ergänzen sich Glinid und Sulfonylharnstoff

Weniger Hypoglykämien mit Metformin plus Nateglinid

ELTVILLE (hbr). Wenn Typ-2-Diabetiker mit einer oralen Monotherapie nicht mehr gut eingestellt sind, lohnt oft eine Kombinationstherapie. Dabei sollten sich die Substanzen in ihrer Wirkung ergänzen, wie bei Metformin und Nateglinid.

Metformin ist bei übergewichtigen Typ-2-Diabetikern das orale Antidiabetikum der ersten Wahl, so Professor Petra-Maria Schumm-Draeger vom Krankenhaus München-Bogenhausen: Es senkt die Insulinresistenz und die hepatische Glukoseproduktion. Das schlägt sich in verbesserten Werten für den Nüchternblutzucker nieder. Genügt das nicht, können zusätzlich mit Nateglinid (Starlix®) die postprandialen Blutzuckerwerte angegangen werden.

Die Einnahme vor den Mahlzeiten stimuliert rasch die Insulinsekretion und bremst den Blutzucker-Anstieg nach dem Essen. Davon profitierten in einer Praxisstudie rund 1800 Patienten, die mit Metformin allein ihr Therapieziel nicht mehr erreichten: Zusätzlich 120 mg des Glinids dreimal täglich vor den Mahlzeiten verbesserten in drei Monaten signifikant die postprandialen Werte, Nüchternglukose und HbA1c-Wert.

Die glukoseabhängige, relativ kurze Wirkung des Glinids macht zudem Hypoglykämien seltener als bei einem langwirksamen Sulfonylharnstoff. Das belegen Daten von 400 Typ-2-Diabetikern, die zwei Jahre lang Metformin (Glucophage®) zusammen mit Nateglinide oder Glibenclamid erhielten. Der HbA1c sank in beiden Gruppen um 1,5 Prozentpunkte: mit Glibenclamid auf 6,8 Prozent und mit Nateglinid auf 6,9 Prozent. Dabei war die Hypoglykämierate bei Nateglinid mit 8,2 im Vergleich zu 17,7 Prozent mit Glibenclamid signifikant niedriger.

Jedoch sollte nicht gegen die erhöhten Glukosewerte bei Typ-2-Diabetikern sondern auch gegen eine Hypertonie vorgegangen werden, um das hohe kardiovaskuläre Risiko der Patienten zu senken. Dafür sind meist Kombinationstherapien erforderlich, sagte Professor Dr. Stephan Jacob von der Universität Tübingen bei einer Veranstaltung des Unternehmens Merck Pharma in Eltville. Gute Effekte für die Fixkombination aus Nitrendipin und Elanapril (Eneas®) ergab zum Beispiel die SYST-EUR-Studie bei Diabetikern: Kardiale Ereignisse, Schlaganfälle und Proteinurie gingen deutlich zurück.

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