Ärzte Zeitung, 15.02.2011

Karneval und Alkohol: Diabetikern droht Unterzuckerung

Diabetiker brauchen Tipps für die Faschingszeit

NEU-ISENBURG (eis). In der Faschingszeit wird oft reichlich Alkohol getrunken. Bei Insulin- oder Sulfonylharnstoff-Therapie kann das im Extremfall lebensgefährlich sein. Patienten müssen über die erhöhte Hypoglykämie-Gefahr aufgeklärt werden.

Karneval und Alkohol: Diabetikern droht Unterzuckerung

Schnaps bei der Weiberfastnacht: Diabetiker müssen besonders aufpassen.

© Ralph Lueger / imago

Schon ab Blutalkoholspiegeln von 0,45 Promille ist die Zuckerfreisetzung im Körper gestört, betont Privatdozent Dr. Rainer Lundershausen, Pressesprecher der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG).

Er rät bei erhöhtem Unterzuckerungsrisiko durch Medikamente nicht mehr als zwei Gläser alkoholhaltiger Getränke zum Beispiel abends zu trinken. Wird mehr konsumiert, müsse die Medikamentendosis reduziert werden.

Wird Langzeitinsulin zur Nacht gespritzt, lässt sich die Dosis halbieren. Sulfonylharnstoffe sollten ganz weggelassen werden, sagte der Diabetologe der "Ärzte Zeitung". Alkohol könne besonders nachts die Hypoglykämie-Wahrnehmung stören.

Partner, Freunde und Kollegen von Diabetikern sollten über Hypoglykämie-Zeichen und Gegenmaßnahmen aufgeklärt sein. Zu empfehlen sind Traubenzucker (2 bis 4 Täfelchen) oder gesüßte Obstsäfte oder Limonaden (200 bis 400 ml).

Bei nicht mehr ansprechbaren Patienten ist das wegen der Aspirationsgefahr obsolet. Anzuraten ist, ein Glucagon-Notfallset mitzuführen. Das Risiko bei Hypoglykämien hängt von der Ausprägung vaskulärer Folgeschäden ab.

Ausgelöst werden können Schlaganfälle und Herzrhythmusstörungen mit der Folge eines plötzlichen Herztods.

Experten-Chat zu Alkohol und Hypoglykämien am 17. Februar von 17 bis 19 Uhr auf www.diabetesde.org

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So viel jünger und attraktiver macht Facelifting

Wer sein Gesicht straffen lässt, will in der Regel jünger und dynamischer aussehen. Das scheint tatsächlich zu klappen. mehr »

Niedrig dosiert starten und langsam erhöhen!

Die neue Gesetzeslage zur Verordnung von Cannabis auf Kassenkosten ist beim Schmerz- und Palliativtag begrüßt worden. Ärzte mit Erfahrung mit Cannabinoiden loben vor allem den Erhalt der Therapiefreiheit. mehr »

Schnelltests - meist ein Fall für die GOÄ

Schnell und medizinisch sinnvoll – aber von gesetzlichen Krankenkassen meist nicht bezahlt: Laborschnelltests liegen im Trend. Für Hausärzte sind sie oft auch eine Selbstzahler-Option. mehr »